Ricke von zwei freilaufenden Hunden gerissen

Markerschütternde Schreie im Barloer Busch

Dramatische Szenen müssen sich am Sonntag (9.11.) im Barloer Busch abgespielt haben: Zwei freilaufende Hunde verfolgten und rissen eine dreijährige Ricke (ein weibliches Reh).

Feldmark

, 13.11.2014, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jagdpächter Michael Steentjes mit einem Foto der Ricke, die am Sonntagmittag von Hunden im Barloer Busch getötet wurde.

Jagdpächter Michael Steentjes mit einem Foto der Ricke, die am Sonntagmittag von Hunden im Barloer Busch getötet wurde.

Erst im vergangenen Jahr hatte ein freilaufender Schäferhundmischling eine hochträchtige Ricke an der Reviergrenze zur Hürfeldhalde auf die Marler Straße getrieben, wodurch ein Unfall verursacht wurde. Drei Kitze und die Ricke starben. Wegen des schönes Wetters am Sonntag sei der Barloer Busch voll mit Spaziergängern gewesen, sagt Steentjes. Darunter eine Dame von der Hardt, die von einer Zeugin samt ihren zwei Hunden (darunter ein Schäferhundmischling) identifiziert werden konnte.

Dass letztere mit Maulband und Schleppleine „gesichert“ waren, lässt Steentjes nicht gelten. „Wenn die Hunde ihrem Jagdtrieb folgen, wäre es selbst mir fast nicht möglich, sie so festzuhalten.“ Entweder liefen die Hunde am Sonntagmittag bereits frei herum oder sie rissen sich los. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Die Ricke musste sterben und hinterlässt zwei fünf Monate alte Kitze, die nun Anschluss an andere Artgenossen finden müssen, wenn sie den Winter überleben wollen. Steentjes, der nach dem Zwischenfall von einem Bekannten benachrichtigt wurde, untersuchte die Ricke. „So, wie der Hund die Ricke ’verarbeitet‘ hat, war das nicht das erste Mal“, sagt er und zeigt Bilder der blutigen, zerfetzten „Spinne“ (das „Euter“ der Ricke). „Da hat er zig Mal reingebissen. Außerdem war der Kiefer gebrochen und der Kehlkopf zerquetscht.“ Die Hundebesitzerin werde nun vom Ordnungsamt vorgeladen. Mit uneinsichtigen Hundebesitzern hat es Steentjes bereits öfter zu tun bekommen. Ihm gehe es nicht darum, „alle in einen Topf zu stecken – es sind auch viele vernünftige dabei“. Aber in seinem Revier seien die Hundebesitzer tatsächlich „Problemgruppe Nummer eins“. Viele hätten ihre Hunde an langen Schleppleinen, ließen diese aber im Wald los. Das Problem: „Wenn solche Hunde Wild sehen, kommt der Jagdinstinkt durch.“

Und dann gibt es buchstäblich kein Halten mehr. Wenn Steentjes Hundebesitzer darauf ansprach, erhielt er etwa Antworten wie: „Mein Hund bezahlt Steuern – Sie auch?“ Die Hundebesitzer sollten auch ein wachsames Auge aufeinander haben und bei Fehlverhalten auch gegenseitig ansprechen, fordert Steentjes. Der aber auch deutlich macht, dass der Jagdaufseher das Recht habe, bei nachgewiesener Wilderei Hunde mit seiner Waffe zu erlegen.

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