Riesensauerei am Hammer Weg

Schlachtabfälle entsorgt

Anwohnerin Karin Johannsen hat schon häufiger Müll entlang des Hammer Weges entdeckt. Aber so eine Sauerei wie jetzt noch nie. Sie ist stinkesauer darüber, dass Schlachtabfälle dort entsorgt worden sind.

Dorsten

, 22.12.2017, 11:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karin Johannsen hat am Hammer Weg illegal entsorgte Schlachterabfälle entdeckt - unter anderem Rinderknochen. Foto: Michael Klein

Karin Johannsen hat am Hammer Weg illegal entsorgte Schlachterabfälle entdeckt - unter anderem Rinderknochen. Foto: Michael Klein

Karin Johannsen kann es nicht fassen. „Das ist ja eklig“, rümpft sie die Nase: „Was geht nur in den Köpfen von manchen Menschen vor?“ Die Anwohnerin hat schon häufig illegal entsorgten Müll links und rechts vom Hammer Weg entdeckt. „Aber Schlachtabfälle? Das schlägt dem Fass den Boden aus“, sagt sie über ihren neuesten Fund.

Als die Dorstenerin am Mittwoch die regelmäßige Joggingrunde auf ihrer Hausstrecke absolvierte, stieß sie auf die bereits übel riechende Hinterlassenschaft: Drei Haufen auf der Lichtung unter der Stromleitung, dort, wo ein kleiner Weg in den Wald führt. „Zuerst sah ich die Hühnerpelle“, erzählt sie. „Damit könnte man zwei große Eimer füllen.“

Als die Anwohnerin in Richtung der Bäume ging, tauchten rechts große Fleischstücke und Knochen von Rinderschenkeln auf: „Ungefähr eine Schubkarre voll.“ Und im Gebüsch dann Markknochen und weitere Fleischabfälle.

Zum Teil waren die Fundstücke bereits angenagt. „Die können hier doch nicht liegen bleiben“, befand die Dorstenerin. „Hier laufen Hunde herum, es gibt hier Füchse und Wildschweine.“ Deswegen informierte Karin Johannsen telefonisch den Entsorgungsbetrieb in der Wienbecke, doch am Donnerstag „lag das Zeug immer noch da“. Also rief sie bei unserer Zeitung an, in der Hoffnung, dass auf diesem Weg etwas passiere.

Kadaverbeseitigungsfirma

„Der Entsorgungsbetrieb ist in diesem Fall nicht zuständig“, erklärte Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn auf unsere Anfrage: „Nicht bei toten Tieren oder Fleischabfällen.“ Die Information der Bürgerin sei deshalb an das Ordnungsamt weitergegeben worden, dieses habe eine Fachfirma für Kadaverbeseitigung beauftragt. „Noch vor dem Wochenende wird das Unternehmen die Abfälle abholen.“ Auf eine Anzeige gegen Unbekannt werde die Stadt wohl verzichten. Denn solche Übeltäter müsse man schon auf frischer Tat ertappen, „die kriegt man jetzt nicht mehr“.

Karin Johannsen wohnt seit über 30 Jahren dort und betont: „Der Hammer Weg ist die Müllkippe Dorstens.“ Entlang der abgelegenen und nur von der Buerer Straße aus mit dem Auto zugänglichen Straße parallel zum Kanal werde nachts immer wieder Abfall abgeladen. „Alle paar Woche sogar ganze Ladungen mit alten Fliesen.“ Die Dorstenerin holt oft den Müll aus den Gräben, stellt ihn für den Entsorgungsbetrieb an die Straße: „Aber ich kann auf Dauer nicht alles aufsammeln.“

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