„Riesenschweinerei“: Der nächste falsche Polizist verurteilt

mlzGerichtsprozess

Eine leichtgläubige 77-jährige Seniorin übergab in Dorsten einem falschen Polizisten ihre Ersparnisse in Höhe von 18.000 Euro. Die Telefon-Betrüger kamen dafür eigens aus Bremen angereist.

Dorsten

, 30.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Noch im Gerichtssaal hatte die 77-Jährige Angst, dem Angeklagten zu begegnen - zu einschneidend war das Erlebnis, das ihren Glauben an das Gute im Menschen erschüttern ließ. Im Mai 2019 war die Dorstener Seniorin einem „Polizisten-Trick“ aufgesessen: 18.000 Euro übergab sie einem Mann, der ihr von einem „Kommissar Fischer“ am Telefon als „Kriminalbeamter“ angekündigt wurde.

Dass die vermeintlichen Kripo-Männer „eine Riesenschweinerei“ (so Richterin Lisa Hinkers) planten, erfuhr sie erst später.

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Nun musste sich ein 21-jähriger „falsche Polizist“ vor dem Schöffengericht verantworten. Der Bremer war „das letzte Glied in der Kette“. Er war von einem Bekannten, der bereits eine Bewährungsstrafe bekommen hat, angesprochen worden, ob er ihn begleiten und etwas abholen wolle. „Erst im Auto wurde ihm klar, dass das kriminell sein könnte“, so sein Anwalt.

Echte Polizei schaut zu

Die Dorstenerin hatte Glück: Die echte Polizei hatte die Aktion observiert und nahm das Duo fest. Die Frau bekam ihr Geld zurück. Die eigentlichen Auftraggeber blieben aber im Dunkeln.

Der 21-Jährige wurde zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt, dazu 180 Arbeitsstunden. Die letzten Monate saß er bereits in Haft. Was er sich selbst zuzuschreiben hat: Er hat gegen gerichtliche Auflagen verstoßen, die ihm auferlegt wurden, als er nach der Festnahme entlassen wurde.

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