Roteichen wachsen Lembeckern über den Kopf

29.06.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lembeck Ria Gladen Eicheln, so groß wie ausgewachsene Walnüsse. Handtellergroße Blätter, die nicht verrotten. Zudem ein mächtiges Wurzelwerk, das Straßen, Bordsteinkanten und Steine mühelos anhebt: (Foto), Anliegerin der Straße Zum Holtberg in Lembeck, fürchtet, dass die riesigen nordamerikanischen Roteichen vor ihrer Haustür immense Schäden anrichten.

«Ich habe nichts gegen Bäume. Aber, was wir hier mitmachen, sprengt den von der Stadt verlangten Bürgersinn bei weitem», schimpft die Lembeckerin.

Die schnellwüchsigen Riesen beschäftigen die ganze Nachbarschaft, insbesondere im Frühjahr und im Herbst: «Wir haben durch die Dachrinnenreinigungen, Beseitigung der Blätter, Eicheln, Blüten und toter Äste jede Menge Arbeit, die unsere Freizeit kostet», sagt Ria Gladen.

Doch die Stadtverwaltung, die mehrfach schriftlich und telefonisch von ihren Bürgern am Holtberg bemüht wurde, rührt sich nicht. Als Hohn empfindet Ria Gladen angesichts der ausgewachsenen Problematik vor ihrer Haustür ein Schreiben des Grünflächenamtes, in dem es u.a. heißt: «Die von Ihnen geschilderte individuelle Situation am Holtberg findet sich an vielen Stellen im Stadtgebiet wieder. Dabei ist die Baumart nicht der ausschlaggebende Faktor, sondern die damit einhergehenden Auswirkungen. Diese sind natürlicher Art und nur beschränkt steuerbar.»

Und so kehren und fegen die Lembecker vom Holtberg weiterhin unbemerkt von der weit entfernten Stadtverwaltung Dorsten ihre Straße. Schlimmste Befürchtung der Menschen dort: Dass die von den Bäumen angerichteten Schäden irgendwann Ausmaße annehmen, für die sie dann auch noch tüchtig zahlen müssen.

Tatsächlich hat die nordamerikanische Roteiche laut Internetlexikon Wikipedia in Siedlungsgebieten rein gar nichts zu suchen: «Sie eignet sich nicht als Straßen- oder Platzbaum, da ihre Wurzeln bei verdichteten Böden Asphalt- und Plattenbeläge anheben.»

Das ist am Holtberg unschwer erkennbar: Von Asphalt eingefasste Baumbeete werden vom Wurzelwerk der nordamerikanischen «Riesen» einfach weggesprengt. Hinzu kommt, dass die Roteiche ein schnellwüchsiger Laubbaum ist: Sie kann bis zu 35 Meter hoch werden und dabei eine riesige Baumkrone ausbilden. Das ist der Stadt wohl nicht bewusst gewesen, als sie diese Exemplare in stattlicher Anzahl vor Jahren anpflanzte. Die Lembecker hoffen nun, dass die Verwaltung endlich reagiert - und die transatlantischen Gewächse durch heimische ersetzt. eng

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