Ruben Schmidt besitzt ein „Fairphone“

Nachhaltig und reparabel

Es muss nicht immer das neueste iPhone oder Samsung sein. Das „Fairphone“ von Ruben Schmidt (16) kann alles, was herkömmliche Smartphones auch können. Der Unterschied? Es ist nachhaltig und reparabel.

DORSTEN

von Von Liliane Koch

, 16.12.2016, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ruben ist zufrieden mit seinem „Fairphone".

Ruben ist zufrieden mit seinem „Fairphone".

Alles fing mit einer Dokumentation über die Herstellung von Smartphones an, die Ruben mit seiner Familie im Fernsehen gesehen hatte. Über Kinderarbeit und seltene giftige Erden und Metalle wurde dort berichtet. Von fairem Handel und guten Arbeitsbedingungen kann da nicht die Rede sein. „Dass es bei der Produktion von Kaffee, Kakao oder auch Textilien Probleme gibt, weiß man ja. Dass es bei Elektrogeräten genauso beziehungsweise oft noch schlimmer ist, ist hingegen wenigen Leuten bekannt“, sagt Ruben.

Nach einiger Recherche nach einer nachhaltigen Alternative zu herkömmlichen Smartphones stießen er und sein Bruder dann im Internet auf das „Fairphone“. Die Herstellerfirma mit Sitz in den Niederlanden versucht bei der Produktion, möglichst viele fair gehandelte oder sogar recycelte Produkte zu verwenden und soweit es möglich ist, auf Kinderarbeit und andere schlimme Arbeitsbedingungen zu verzichten.

Transparente Produktionskette

Auf der Website der Firma kann man die Produktionskette seines Handys mitverfolgen. Einsehbar ist unter anderem, in welchen Fabriken die Einzelteile produziert werden und wo die verwendeten Rohstoffe gewonnen werden. So kann man nachvollziehen, woher die Inhaltsstoffe, die gebraucht werden, kommen.

Offengelegt hat die Firma auch die Preiszusammensetzung des „Fairphones“: 340 Euro für die Geräte-Produktion, 118 Euro für Steuern und Händlerspanne, 33 Euro für Investitionen und Entwicklungen, 25 Euro für den übrigen Geschäftsbetrieb und 9 Euro Rücklage. Als Gesamtpreis ergeben sich somit 525 Euro. Das klingt erst einmal viel, ist aber, verglichen mit vielen Smartphones von großen Marken wie Apple oder Samsung, noch günstig.

Vorteile für den Nutzer

Neben der Umwelt und den an der Produktion beteiligten Arbeitern bringt das „Fairphone“ auch Vorteile für den Nutzer – Ruben kann es selbstständig auseinanderbauen und so defekte Teile leicht selbst austauschen. Damit schont man nicht nur die Umwelt, sondern auf Dauer auch das eigene Portemonnaie. Bei anderen bekannten Marken hilft in solchen Fällen nur eine teure Reparatur beim Hersteller selbst oder eine komplette Neuanschaffung, da die Geräte nicht für die Langlebigkeit gebaut sind.

Auch optisch steht das „Fairphone“ anderen, herkömmlichen Smartphones in nichts nach, findet Ruben. Es ist in verschiedenen Farben erhältlich und hat ein normales Android-Betriebssystem. „Natürlich sollte man sich jetzt nicht direkt dieses Handy kaufen, wenn man noch ein funktionierendes Smartphone hat. Das wäre Verschwendung“, findet Ruben. Wenn aber das alte den Geist aufgibt, könne man es zum Recyceln bei Elektronikmärkten oder anderen Sammelstellen abgeben und über die Anschaffung eines nachhaltigen Smartphones nachdenken. So kann jeder seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.    

Über weitere Einzelheiten der Unternehmensphilosophie kann man sich im Internet informieren auf der

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