Rücktritt und Provokation: Ein Rückblick auf den Wahlkampf in Dorsten

Kommunalwahl 2020

Die Coronakrise hat Wahlkämpfer in Dorsten vor besondere Herausforderungen gestellt. Rückblick auf einen Wahlkampf, der eigentlich erst nach einem Rücktritt Fahrt aufnahm.

Dorsten

, 11.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sieben Parteien und vier Bürgermeister-Kandidaten stehen bei der Kommunalwahl in Dorsten zur Wahl.

Sieben Parteien und vier Bürgermeister-Kandidaten stehen bei der Kommunalwahl in Dorsten zur Wahl. © Grafik: Martin Klose

Am Sonntag wird gewählt. Im Endspurt eines in jeder Hinsicht besonderen Wahlkampfes versuchen die Parteien, letzte Stimmen zu ergattern. Die Corona-Pandemie hat die Wahlkämpfer vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Großveranstaltungen fielen weg, digitaler Wahlkampf gewann an Bedeutung.

„Die Coronakrise und die notwendige Krisenarbeit haben für mich den Wahlkampf sehr weit nach hinten rücken lassen“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) im Mai. Als Jennifer Schug (SPD) noch für das Bürgermeisteramt kandidierte, hätte sie die Wahl am liebsten verschoben. Später zog sie ihre Kandidatur zurück und legte alle Ämter nieder.

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Weil die Sozialdemokraten in Friedhelm Fragemann zwar einen Spitzenkandidaten fanden, aber keinen neuen Bürgermeister-Kandidaten, blieben Amtsinhaber Tobias Stockhoff und Marco Bühne (AfD) zunächst die einzigen Bewerber für das höchste Amt der Stadt.

Dieser Umstand bewog den Ortsverband von Die PARTEI, mit Simon Rodriguez Garcia einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken, um den Wählern eine weitere Alternative anbieten zu können. Die Grünen zogen später nach und stellten Mauritz Hagemann als Bürgermeister-Kandidaten auf.

Am Sonntag entscheidet sich nun also unter anderem, wer der Bürgermeister wird - sofern es nicht doch noch eine Stichwahl geben sollte. Die Dorstener Zeitung hat die vier Bürgermeister-Kandidaten porträtiert:

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Mit ihren Kreuzchen bestimmen die Wähler aber auch die Zusammensetzung des Dorstener Stadtrats in der kommenden Legislaturperiode. CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, AfD und Die PARTEI stehen zur Wahl. Die Linkspartei hofft dabei auf die jüngste Ratsfraktion aller Zeiten in Dorsten.

Die AfD provozierte, indem sie eine kleine Stichstraße am Haus des Bürgermeisters mit zahlreichen Wahlplakaten zupflasterte. Einige davon wurden beschädigt, später erstattete die AfD Anzeige, weil nach Angaben des Stadtverbands mehr als 250 Wahlplakate im Stadtgebiet gestohlen oder beschädigt wurden.

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AfD-Bürgermeisterkandidat Marco Bühne zog daraufhin seine Zusage für eine Live-Talkrunde der Dorstener Zeitung mit allen Bürgermeisterkandidaten zurück. Beim Kandidatengrillen des Jugendgremiums hatte er sich noch einem öffentlichen Diskurs gestellt und unter anderem angekündigt, binnen eines Jahres „die Haushaltskasse am Blühen bringen“ zu wollen.

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In der Talkrunde standen Tobias Stockhoff, Mauritz Hagemann und Simon Rodriguez Garcia Rede und Antwort. Corona-bedingt fand die Veranstaltung ohne Publikum statt, wurde aber live übertragen. Das einstündige Video, in dem die Kandidaten auch etliche Fragen unserer Leser beantworten, können Sie hier noch einmal anschauen.

Rund 8000 Zugewanderte in Dorsten können am Sonntag auch den Integrationsrat wählen. Der Integrationsrat setzt sich aus zehn Migrantenmitgliedern zusammen, hinzu kommen fünf Mitglieder, die vom Rat der Stadt Dorsten bestellt werden. Zur Wahl stehen ein Listenvorschlag und eine Einzelbewerberin.

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Drei Dorstener bewerben sich außerdem um einen einen Sitz im Ruhrparlament, also der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR), die in diesem Jahr erstmals direkt gewählt wird. Auch Kreistag und Landrat werden gewählt. Es könnte also etwas länger dauern in der Wahlkabine: Hier finden Sie eine Anleitung durchs Wahl-Wirrwarr.

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