Das ehemalige Zechengelände Fürst Leopold mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden ist Teil des Weltkulturerbe-Vorschlags der Stiftung Industriedenkmalpflege. © Hans Blossey
Unesco-Weltkulturerbe

Ruhrgebiet will Weltkulturerbe werden: Dorsten mit Projekten dabei

Die industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebiets soll im zweiten Anlauf Unesco-Weltkulturerbe werden. Auch Dorsten wäre mit einigen Projekten dabei, sollten die Pläne Erfolg haben.

In einem zweiten Anlauf nach 2012 will die „industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebiets“ endlich doch noch zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt werden – und damit in eine Reihe mit der chinesischen Mauer, der Inkastadt Machu Picchu, der Akropolis in Athen und anderen berühmten internationalen Stätten stehen.

Auch Dorsten unterstützt diesen Plan der Stiftung Industriedenkmalpflege – immerhin soll die Lippestadt mit den denkmalgeschützten Gebäuden der Zeche Fürst Leopold inklusive Fördergerüst und Maschinenhalle, mit der Zechensiedlung und den Wasserwegen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal in die Bewerbung aufgenommen werden. Und könnte damit touristische Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Die industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebiets sei von außergewöhnlichem universellen Wert, heißt es von der Stiftung Industriekultur als Begründung. Sie sei Zeugnis für die einschneidende Epoche der Schwerindustrie in Kontinentaleuropa zwischen den Jahren 1850 bis 1950 und präge das regionale Bewusstsein und die Identität bis heute.

„Eine große Ehre“

Und Dorsten sei dabei ein wichtiger Baustein. „Wegen des nur selten anzutreffenden direkten räumlichen Bezugs zwischen erlebbarem Zechenensemble, Kolonie sowie Verknüpfung zu den Wasserwegen“ hat der Dorstener Beitrag nach Aussage der Stiftung einen durchaus wesentlichen Rang.

„Für Dorsten wäre das eine große Ehre“, hieß es in der letzten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses seitens der Politik, die die Pläne einstimmig begrüßte. Es gab aber auch Nachfragen zu Nachteilen, Kosten und Arbeitsaufwand.

Auch der Kanal mit Schleuse soll Weltkulturerbe werden.
Die Schleuse Dorsten am Wesel-Datteln-Kanal: Auch er soll zum beantragten Weltkulturerbe zählen. © Rüdiger Eggert (A) © Rüdiger Eggert (A)

Die Verwaltung erläuterte, dass trotz Schutzstatus, den die Projekte wohl bekommen müssten, für Dorsten kaum weitere Auswirkungen für künftige Entwicklungen zu befürchten seien. Schon jetzt sei die Lippe hier schützenswertes FFH-Gebiet, unterliege der Kanal Fachplanungsrecht, stünde das Zechenensemble unter Denkmalschutz. „Auch der Bereich Zechenhafen könnte weiter entwickelt werden“, so Planungsamtsleiter Marc Lohmann: „Es gibt keine Unesco-Käseglocke.“

Der Arbeitsaufwand für die Verwaltung sei marginal, hieß es. Und die Kosten seien noch offen. Denn es wird noch einiges an Wasser die Lippe hinunterfließen, bevor sie Weltkulturerbe wird.

Noch einige Hürden zu meistern

Vor der offiziellen Bewerbung bei der Unesco muss die Initiative noch einige Hürden meistern. Nächster Meilenstein ist die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste des Kultur- und Naturerbes. Die deutsche Kultusministerkonferenz entscheidet darüber voraussichtlich bis 2022. Und erst noch muss die Unesco die derzeit gültige Vorschlagsliste abarbeiten, was nicht vor 2024 der Fall sein wird.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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