Schlechte Noten für Schultoiletten - Stadt Dorsten wehrt sich

mlzOnline-Umfrage

Die Sauberkeit an den Schulen lässt nach Meinung vieler Dorstener zu wünschen übrig. Die Stadt macht indes die Kostenfrage auf - und appelliert an „verantwortungsbewusstes Nutzen“.

Dorsten

, 10.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Reinigungsstandard an den Schulen in Dorsten wird seit Jahren diskutiert. Vor allem die Sauberkeit der Toiletten kritisieren Eltern und Schüler immer wieder öffentlich, Lehrer meist eher hinter vorgehaltener Hand. Von daher verwundert das Ergebnis einer Online-Umfrage dieser Zeitung auf den ersten Blick nicht. Allerdings: Gut ein Drittel der Teilnehmer hat zu dem Thema keine Meinung.

Reinigungskräfte leisten zuverlässige Arbeit

Aus Sicht der Stadtverwaltung leisten die Reinigungskräfte „in dem Rahmen, der zur Verfügung steht“, zuverlässig gute Arbeit. „Wenn mehr Sauberkeit gewünscht wird, bedeutet dies neue Standards, für die letztlich der Steuerzahler aufkommen müsste“, betont Susanne Diericks, Abteilungsleiterin Schulverwaltung im Amt für Schule und Weiterbildung.




Das Gleiche gilt aus ihrer Sicht für die Sauberkeit von Schultoiletten. „Das ist nicht nur eine Frage der Reinigung, sondern auch eine Frage der verantwortungsbewussten Nutzung.“ Laut Diericks ist die Situation an den Schulen – trotz gleicher Reinigungsstandards – sehr unterschiedlich. „An einigen Schulen gibt es beim Thema Sauberkeit offensichtlich eine klarere Strategie der gesamten Schulgemeinde.“ Die Namen der Schulen wollte Diericks nicht nennen.




Die Anpassung des Schulsystems an sinkende Schülerzahlen hatte einige Schließungen zur Folge und „hat wehgetan“, räumt Susanne Diericks ein. Etwa ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer teilt ihre Einschätzung, dass die jetzige Schullandschaft „vielleicht nicht jeden individuellen Wunsch erfüllen kann, aber den Familien in unserer Stadt weiterhin ein differenziertes System mit vielen Möglichkeiten für eine gute Bildung“ bietet.

Im Primarbereich gelte weiterhin das Prinzip „Kurze Beine - kurze Wege“. Im Sekundarbereich biete das Angebot mit zwei Gymnasien, einer Gesamtschule, zwei Realschulen (eine läuft aus) und zwei auslaufenden Hauptschulen „ein über die Stadtgrenzen hinaus geschätztes Angebot“, das bekanntlich um eine Sekundarschule („Neue Schule“) erweitert wurde.




All diese Schulen sollen in den nächsten Jahren digital besser ausgestattet werden. „Die Stadt Dorsten ist auf dem Weg, die nötigen Strukturen mit Fördermitteln aus dem Digi-Pakt zu schaffen“, erklärt Susanne Diericks. Inwieweit die Eltern an der Beschaffung digitaler Endgeräte beteiligt werden, könne nur vom Gesetzgeber beantwortet werden. Diericks glaubt freilich: „Ein Eigenanteil wirkt sich auch immer positiv auf den Zustand der Geräte aus. Das ist vergleichbar mit dem Eigenanteil bei einer Versicherung.“




Mit der Corona-Pandemie und den letzten Monaten mit „Homeschooling“ hat die Digitalisierung an Bedeutung gewonnen. Ein Förderprogramm hat das Land bereits aufgelegt. Aus dem „Sofortausstattungsprogramm“ können Tablets für bedürftige Kinder angeschafft werden, die über kein eigenes Gerät verfügen. Das Land trägt 90 Prozent der Kosten, die Stadt als örtlicher Schulträger 10 Prozent.

„Wir haben bereits Gelder beantragt“, bestätigt Susanne Diericks. „Wenn alles glatt läuft, könnten die ersten Geräte schon vor oder kurz nach den Herbstferien an die vom Land dafür vorgesehenen Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden.“




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