Schockierendes Foto vom Raubüberfall auf eine Lembecker Tankstelle

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Vier Tage nach dem Überfall auf eine Tankstelle hat die Kripo noch keine heiße Spur. Wir zeigen Fotos der Überwachungskamera, die die Polizei nicht nutzen darf, die ihr aber helfen könnten.

Dorsten

, 09.06.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein maskierter Mann hält eine Pistole in der rechten Hand. Er zielt auf den Bereich jenseits der Verkaufstheke und bedroht zwei Mitarbeiter. Eine Person kniet am Boden, eine andere holt Bargeld aus der geöffneten Kasse.

Überwachungskamera hielt die Szene fest

Eine Überwachungskamera hat diese bedrückende Szene am vergangenen Samstagmorgen in der Avia-Tankstelle an der A 31 in Lembeck festgehalten. Das Foto zeigt auf erschreckende Weise, mit welcher Entschlossenheit der bewaffnete Räuber vorgegangen ist. Er hatte sich nach Zeugenberichten zunächst einen Toilettenschlüssel geben lassen und dann den Moment abgepasst, als kein Kunde im Laden war. Mit Bargeld konnte er wenig später entkommen.

Mit einer Waffe bedroht der Tankstellen-Räuber zwei Angestellte.

Mit einer Waffe bedroht der Tankstellen-Räuber zwei Angestellte. Eine Person (l.) kniet am Boden, die andere holt Geld aus der Kasse. © Guido Bludau

„Bislang haben wir keine heiße Spur“, bestätigte Polizeisprecherin Ramona Hörst am Dienstag auf Anfrage. Die Bilder aus der Überwachungskamera könnten helfen, den Täter zu schnappen. Doch die Polizei darf sie noch nicht zeigen. „Wir benötigen einen richterlichen Beschluss“, erklärt Ramona Hörst. „Und den gibt es normalerweise erst, wenn alle anderen Fahndungsmaßnahmen ergebnislos ausgeschöpft sind.“ Bis dahin können Wochen vergehen.

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Nach dem Raubüberfall auf die Tankstelle war am vergangenen Samstag nicht nur die Polizei, sondern später auch ein Reporter der Dorstener Zeitung am Tatort. Guido Bludau hatte sich telefonisch mit Tankstellen-Pächter Guido Ritter verabredet, um Details des Überfalls aus erster Hand zu erfahren. „Auf Nachfrage, ob ich mir die Aufzeichnung vom Überfall anschauen darf, wurde mir das gestattet. So konnte ich Reproduktionen vom Videomaterial machen.“

Die Polizei hofft, mithilfe der Fotos Hinweise auf den Täter zu bekommen.

Die Polizei hofft, mithilfe der Fotos Hinweise auf den Täter zu bekommen. © Guido Bludau

Die Polizei hat am Dienstag bestätigt, dass die Veröffentlichung der Bilder ihre Fahndung nicht behindert, im Gegenteil: „Wir haben keine Einwände“, sagte Ramona Hörst. „Vielleicht kann ja jemand mithilfe dieser Fotos wichtige Hinweise geben.“ Weil der Räuber zu Fuß über ein Feld flüchtete, ist nicht ausgeschlossen, dass er aus der Gegend kommt.

Die Täterbeschreibung

Der Täter wird beschrieben als 18 bis 32 Jahre alt, ca. 1,85 bis 1,90 Meter groß, dünn und dunkelblond. Er trug einen dunklen Pullover sowie eine dunkelblauen Camouflage-Hose, die nach Meinung der Fahnder „sehr auffällig“ ist. Nach Angaben von Zeugen trug er weiße Sneaker, schwarze Socken und eine schwarze Baseball-Kappe. Sein Gesicht wurde von einem Mund-Nase-Schutz und einer Sonnenbrille verdeckt.

Hinweise erbittet die Polizei unter der Telefonnummer 0800-2361 111.

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