Paul Schürmann zeigt, dass es mehr Rauchmelder-Technologien gibt als nur den einzelnen Melder, unter anderem Modelle mit Funkvernetzung oder für Gehörlose. © Archiv
Rauchmelder-Tag

Schornsteinfeger warnt vor nachlässigem Umgang mit Rauchmeldern

Seit Jahren gilt die Rauchmelder-Pflicht in NRW. Aber immer noch nehmen viele Haushalte das Thema nicht ernst oder wissen es nicht besser, warnt Schornsteinfeger Paul Schürmann.

An diesem Freitag ist der bundesweite Tag des Rauchmelders. Seit 2006 findet dieser Tag immer an einem Freitag, den 13., statt. „Wahrscheinlich weil viele dieses Datum mit Unglück in Verbindung bringen“, sagt Paul Schürmann. „Und der Rauchmelder ist ja dafür da, vor Unglück zu schützen.“

Seit vor etwa 20 Jahren ein guter Bekannter Schürmanns und dessen Söhne bei einem Brand ums Leben kamen, hat sich der Dorstener dem Thema Rauchmelder noch viel intensiver gewidmet. Nach inzwischen 28 Jahren als Bezirksschornsteinfeger weiß Schürmann, dass es bis heute immer noch viel zu viele Haushalte gibt, die es mit den Rauchmeldern nicht so genau nehmen oder es einfach nicht besser wissen.

Erst am Freitag war er wieder in einem Haus mit vier Wohneinheiten, in denen – trotz Rauchmelder-Pflicht seit 2017 – kein einziger angebracht war. Andere klemmen die Melder in den Türrahmen, das Lüftungsloch im Bad oder verstecken sie in der hintersten Zimmerecke, wo sie kaum etwas nützen.

Sprachprobleme und Informationsdefizit

„Ich kann natürlich nur für meinen Bezirk in Gelsenkirchen sprechen“, sagt der Schürmann. „Aber häufig handelt es sich dabei um Häuser und Wohnungen von ausländischen Mitbürgern.“ Schürmann führt das auf Sprachprobleme und ein allgemeines Informationsdefizit zurück. Als es vom NRW-Landtag mal Infobroschüren auch in anderen Sprachen gegeben habe, sei die türkische als erstes vergriffen gewesen.

Fast täglich sieht Bezirksschornsteinfeger Schürmann Kurioses: Hier hat jemand einen Rauchmelder im Türrahmen angebracht. © privat © privat

Grundsätzlich gilt: In allen Schlafräumen und Kinderzimmern sowie Fluren und anderen Zimmern, die als Rettungsweg gelten, muss ein Rauchmelder angebracht sein. „Wenn hinter einem Durchgangszimmer ein Kinder- oder Schlafzimmer ist, wird das Durchgangszimmer zum Rettungsweg und muss auch einen Rauchmelder haben“, betont Schürmann.

Aus dem Auge, aus dem Sinn

Installieren muss ihn der Eigentümer, auch bei Mietwohnungen. Die Betriebsbereitschaft sicherstellen muss der Bewohner, sofern der Eigentümer es nicht selbst macht. Es können Firmen beauftragt werden oder auch der Bezirksschornsteinfeger. „Ich wüsste von keinem Kollegen, der sich sperren würde“, sagt Schürmann. Die meisten hätten ohnehin einen entsprechenden Lehrgang absolviert und seien zertifiziert.

Häufig werden Rauchmelder auch abmontiert, nachdem sie per Piepton signalisiert haben, dass die Batterie schwach wird. „Dann gilt leider oft: Aus dem Auge, aus dem Sinn“, wie Schürmann beobachtet hat. Er empfiehlt von vornherein Modelle mit 10-Jahres-Batterie anzuschaffen. Wenn da die Batterie mal zur Neige geht, dürfte auch das Verfallsdatum, das jeder Rauchmelder hat, bald erreicht sein. Entsprechende Modelle gebe es schon ab unter 20 Euro.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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