Der Hasenpfad in Holsterhausen: Hier sind die Schottergärten stark vertreten. © Claudia Engel (A)
Beitrag zum Umweltschutz

Schottergärten: Dorstener Politik soll Steine ins Rollen bringen

Schottergärten breiten sich in Dorsten aus. Der Ansammlung von Steinwüsten vor Häusern will die Stadt Einhalt gebieten und lässt die Politiker über Vorschläge abstimmen.

Grün statt Grau in Vorgärten – das wünschen sich umweltbewusste Bürger in Dorsten. Und auch die Stadtverwaltung stören die „faktisch versiegelten“ Flächen, wie Stadtbaurat Holger Lohse in einer Umweltausschuss-Sitzung sagte. Dem Umwelt- und Planungsausschuss liegt für seine kommende Sitzung (1. September, 17 Uhr, Aula Petrinum, Im Werth) eine Vorlage mit drei Empfehlungen für einen Beschluss vor. Die Politiker sollen darüber abstimmen.

Schotterfläche im Hasenpfad.
Schotterfläche im Hasenpfad © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

Nach der Vorlage müssten Dorstener Eigenheimbesitzer dann zwar nicht mit Verboten rechnen, aber doch mit klaren Vorgaben, was bei künftigen Bebauungsplänen in Vorgärten erlaubt sein wird. Zum Beispiel soll ein Pflanzgebot in Vorgärten gemäß Baugesetzbuch gelten. Danach sollen Freiflächen zu mindestens 50 Prozent aus Stauden, Gräsern, Rasen oder Kletterpflanzen bestehen und dauerhaft auch so erhalten werden.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit soll Bürger aufklären

Gleichzeitig empfiehlt die Verwaltung, dass mehr Öffentlichkeitsarbeit für eine naturnahe Gestaltung von Gärten stattfinden soll. Als ein Beispiel wird „Mitte zeigt Gärten“ genannt – 2019 öffneten sieben Gartenbesitzer 400 Besuchern ihre Gartenpforten, damit diese sich anschauen konnten, wie lebens-, liebens- und naturnahe Gartengestaltung sein und aussehen kann. Die Stadtverwaltung selbst müht sich, mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie hat 2019 eine Selbstverpflichtung für nachhaltige Gestaltung von eigenen Grünflächen unterschrieben.

Schottergärten sind nicht nützlich, aber schädlich

Schottergärten wirken sich nachweislich nachteilig auf Umwelt und die Menschen aus. Sie heizen sich stark auf, verhindern die Versickerung von Regenwasser. Sie gelten sogar als Versiegelung von Flächen auf Grundstücken – und dafür zahlen die Eigentümer dann drauf, wenn das Bauordnungsamt eine Überschreitung der erlaubten Befestigung auf einem Grundstück feststellt.

In einigen Teilen der Bevölkerung gelten diese Steinwüsten aber als pflegeleicht. Das sind sie nicht, hat Franz-Josef Gövert, Dorstener und langjähriger Leiter der Grünflächenunterhaltung in Münster, in einem früheren Artikel in unserem Medium deutlich gemacht: „Laub sammelt sich auch hier an und spätestens nach einigen Jahren sprießt Unkraut.“

Eine drastische Meinung zu Schottergärten hat übrigens der Geschäftsführer des Naturschutzbundes in Deutschland, Axel Mayer. Sein Zitat machte in Dorsten die Runde. „Ein Schottergarten ist keine Wüste. Denn die Wüste lebt.“

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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