Abenteuer, Titanic, Ponyhof, Fünf Freunde: Agathaschule versorgt Kinder mit gutem „Stoff“

mlzLensing Media Hilfswerk

2861 Bücher hat die Agatha-Grundschule am Nonnenkamp für ihre Kinder angeschafft. Seitdem gibt es kein Halten mehr. Die kleinen Leseratten plündern die Regale.

Dorsten

, 27.01.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Hauptpreis des Lensing Media Hilfswerks, einer Spende von 3000 Euro, hat die Agathaschule Mittel und Wege gefunden, die Schulbücherei um zahlreiche Bücher und Möbel zu erweitern. „Wir haben 2861 Bücher angeschafft. Es sind überwiegend gute gebrauchte Bände“, sagt die ehrenamtliche Leiterin der Schulbücherei und gelernte Buchhändlerin, Sabine Kleine-Besten. Dabei hat Kleine-Besten viel Wert auf angesagte Inhalte gelegt. „Sonst lassen die Kinder die Finger davon.“

Neue Möbel und Regale inklusive

Rund 1000 Euro aus den Spendengeldern seien für zusätzliche Bücher ausgegeben worden. „Den Rest haben wir für Sitzmöbel und Buchregale gebraucht“, so Kleine-Besten. Seit dem Umzug wird die Schulbücherei von den Kindern besonders rege genutzt, wie Schulleiter Herbert Rentmeister sagt.

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Die Kinder besuchen gerne die Schulbücherei. © privat

Das ist kein Wunder. Denn die neue Schulbücherei ist vom Foyer aus gut sichtbar und für Schüler aller Klassen gut zu erreichen. Schulleiter Herbert Rentmeister und sein Team lassen nichts unversucht, um die Kinder fürs Lesen zu begeistern. „Wir haben festgestellt, dass die Schere zwischen Kindern, die mit Büchern aufwachsen und solchen, die Bücher von Haus aus gar nicht kennen, immer weiter auseinanderklafft“, so Rentmeister. Alle Grundschulen in Dorsten versuchten, gegenzusteuern. Denn: Lesen ist für Kinder fundamental wichtig. Wer lesen kann, schreibt besser, hat einen größeren Wortschatz. Außerdem regen Bücher den Geist an.

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Alle Eltern bekommen ein Buch bei der Anmeldung

Das Vorlesen wird auch den Eltern der Schüler nahegelegt. „Beim Anmeldetermin bekommen alle Eltern ein Buch für ihre Kinder überreicht, dazu eine Anleitung, wie man Kindern vorliest“, sagt Rentmeister. Er gibt zum Beispiel den Tipp, die Kinder beim Vorlesen auf den Schoß zu nehmen und mit den „Fingern an der Zeile lang zu fahren, die man gerade vorliest“: „Dadurch wird den Kindern die Leserichtung verdeutlicht“, so Rentmeister. Außerdem bittet er darum, jedem Kind täglich 15 Minuten Vorlesezeit zu schenken: „Es waren mal 30 Minuten“, so der Schulleiter.

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Wie wichtig diese pädagogische Arbeit ist, verdeutlicht Sabine Kleine-Besten an einem anderen Beispiel. Ein Kind habe ein Buch ausgeliehen, aber nicht mehr wiedergebracht. Es sei zu Hause verloren gegangen, soll das Kind gesagt haben. „Ich habe dem Kind dann gesagt: Dann bring doch einfach ein anderes Buch mit.“ Das konnte das Kind nicht. Daheim gebe es keine Bücher, soll es gesagt haben.

Feste Lesezeiten in den Klassen

Neben schultäglichen festen Lesezeiten in den einzelnen Klassen und Veranstaltungen mit Vorlesern hat die Agathaschule zusätzlich ein Mentorenprojekt ins Leben gerufen. Ab dem kommenden Schuljahr werden sie die Kinder unter ihre Fittiche nehmen, deren Eltern nichts zur Lesekompetenz ihrer Kinder beitragen können.

Damit die Lust am Lesen nicht abflaut, schafft Sabine Kleine-Besten weitere Anreize. Das können Comic-Hefte oder Technikbücher bewirken, das können endlose Folgen von TKKG oder Fünf Freunden aber auch. Wer einmal Feuer gefangen hat, der bleibt ein Lesefreund.

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Superhelden-Ecke für Jungs, Ponyhof für Mädchen

Sabine Kleine-Besten frischt darüber hinaus den Bücherfundus ständig auf, entfernt Lektüre aus den Regalen, die bei den Kindern gar nicht ankommt. Sie folgt zudem den Trends, die gerade angesagt sind. So gibt es in der Schulbücherei eine Superhelden-Ecke - für starke Jungs und solche, die es werden wollen. Oder aber eine Ecke für Mädchen, die auf Ponyhof und/oder Hanni und Nanni stehen. Und auch Kinder mit außergewöhnlichen Wünschen kommen zum Zug: „Ein Kind wollte unbedingt ein Buch über Containerschiffe haben. Das werde ich jetzt besorgen.“

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