Die Neue Schule Dorsten ersetzt mit neuen Konzepten das Bildungsangebot der tradierten Schulen (Haupt- und Realschulen) in der Sekundarstufe 1. © Claudia Engel (A)
Fortschreibung

Schulentwicklungsplan überaltet: Es wird einen neuen geben

Ein Schulentwicklungsplan sollte mehr sein als ein verschleierter Blick in die Glaskugel. Dorsten benötigt belastbares Zahlenmaterial. Die Fortschreibung von 2017 ist unbrauchbar geworden.

Mehr als zehn Jahre hat die Bonner Biregio für Dorsten einen Schulentwicklungsplan aufgestellt und fortgeschrieben. Die Arbeit der externen Berater hat nicht jeden Schulpolitiker in Dorsten glücklich gemacht.

Grüne kritisierten den Plan von Hubertus Schober mehrfach als „politisch tendenziös“ und nicht aktuell. Die 2017 vom Rat verabschiedete Vorhersage mit Ausblick bis 2024 ist jedenfalls nicht mehr zu gebrauchen. Das befand der Schulausschuss am Dienstagabend in jüngster Sitzung und gab seine Zustimmung zu einer Neuauflage.

Das neue Exemplar soll bis 2027 Tendenzen an Dorstener Schulen aufzeigen und belastbares Zahlenmaterial liefern. Das Vertrauen in den langjährigen Gutachter besteht nicht mehr. Schulamtsleiterin Susanne Diericks sagte diplomatisch: „Der letzte Schulentwicklungsplan hat Fragen aufgeworfen.“

Das neue Konzept darf bis zu 40.000 Euro kosten

40.000 Euro will die Stadt für das neue Zahlenwerk ausgeben. Wer den Schulentwicklungsplan erstellen soll, ist noch offen. Es wird ein Vergabeverfahren eingeleitet. „Zeitnahe soll ein geeignetes externes Fachinstitut mit der Erstellung beauftragt werden“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage. Und: „Unter Berücksichtigung der Kosten des Angebotes soll die Eignung möglicher Anbieter insbesondere anhand einer Konzeptvorstellung und vorliegender Referenzen ermittelt werden.“

Es ist eine Pflichtaufgabe nach dem Schulgesetz, dass Gemeinden eine Schulentwicklungsplanung anstoßen. Die sei notwendiger denn je, meint die Verwaltung. Denn die Schullandschaft in Dorsten hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Hauptschulen und städtische Realschule laufen 2022/2023 aus. Dafür gibt es die Neue Schule Dorsten, die Kinder bis Jahrgang 10 beschult.

Auch bei den Grundschulen gab es Veränderungen

Neben dem Sekundarschulbereich hat es erhebliche Veränderungen auch im Bereich der Primarschulen gegeben. Die Wichernschule als Teilstandort der Augustaschule wurde trotz erheblicher Proteste geschlossen, die Agatha-Schule zog vom Voßkamp an den Nonnenkamp in das Gebäude der ehemaligen Geschwister-Scholl-Hauptschule um.

Bei den Förderschulen wurde die Astrid-Lindgren-Schule an der Marler Straße aufgegeben. Kinder dieser Schule besuchen nun auch die von-Ketteler-Schule an der Bismarckstraße. Sie vereint unter ihrem Dach jetzt viele Kinder mit besonderem Förderbedarf in Dorsten.

Aber nicht nur der Ist-Zustand muss neu notiert werden, auch künftige Herausforderungen soll die Schulentwicklungsplanung berücksichtigen. Der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz zählt dazu, die beschleunigte Digitalisierung der Schulen durch die Corona-Pandemie ebenfalls.

Außerdem soll das Konzept jährlich aktualisiert werden.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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