Schwarzarbeit und Schmiergeld: Lebensbeichte vor Gericht

Auch Dorstener angeklagt

Der Chef einer Bochumer Montagefirma hat jahrelang Schwarzarbeiter beschäftigt und Schmiergeld gezahlt. Das hat er am Dienstag (5.4.) vor Gericht erklärt. Auch ein 47-jähriger EON-Mitarbeiter aus Dorsten soll bestochen worden sein.

Dorsten/Bochum

05.04.2016, 11:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zahlen sind schwindelerregend. Ab 2009 soll der Bochumer Unternehmer auf allen Ebenen getrickst haben. Allein die Sozialversicherungen sollen durch den Einsatz von Schwarzarbeitern um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein. Außerdem geht es um massive Steuerhinerziehung.

Der 37-Jährige hat regelmäßig zwischen 80 und 100 Leiharbeiter vermittelt - meist Schweißer und Monteure für den Kraftwerksbau. Sie kamen auf großen Baustellen zum Einsatz - auch bei EON. Um dort - wie auch bei anderen Unternehmen - im Geschäft zu bleiben, soll jahrelang Schmiergeld geflossen sein. In der Regel ein Euro pro Leiharbeiterstunde. Empfänger soll unter anderem ein 47-jähriger Dorstener gewesen sein, der bei EON an einer zentralen Schaltstelle saß, was den Einsatz von externen Leiharbeitern anging.

16.000 Euro kassiert

Laut Anklage soll er unter der Hand rund 16.000 Euro kassiert haben. Zwei weitere Angeklagte sollen sogar noch viel mehr Schmiergeld erhalten haben - einer rund 30.000 Euro, der andere sogar über 100.000 Euro. Zum Prozessauftakt hat der Bochumer Unternehmer die Steuerhinterziehung, den Sozialbetrug und die Schmiergeldzahlungen bestätigt. "Die Ein-Euro-Regelung kann ich so bestätigen", sagte er den Richtern am Bochumer Landgericht.

Der Dorstener hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Einer der Mitangeklagten hat die Entgegennahme von Schmiergeld bestritten, der andere mutmaßlich Bestochene schweigt ebenfalls.

Lesen Sie jetzt