Schwester Johanna wird am Donnerstag auf dem Friedhof St. Agatha beigesetzt

Trauerzug

Schwester Johanna, die am 23. Dezember verstorbene Ehrenbürgerin der Stadt Dorsten, wird am 2. Januar beigesetzt. An den Gottesdienst schließt sich ein Trauerzug an.

Dorsten

30.12.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schwester Johanna wird am Donnerstag auf dem Friedhof St. Agatha beigesetzt

Schwester Johanna. © Anke Klapsing-Reich

Die Dorstener Ehrenbürgerin Schwester Johanna Eichmann OSU, die am Tag vor Heiligabend im Alter von 93 Jahren verstorben ist, wird am Donnerstag, 2. Januar 2020, auf dem Friedhof St. Agatha an der Gladbecker Straße beigesetzt. Der Auferstehungsgottesdienst beginnt um 11 Uhr in der Klosterkirche St. Ursula in der Altstadt.

Daran schließt sich ein städtischer Trauerakt an mit Ansprachen von Vertretern des Kreises Recklinghausen, der Stadt Dorsten, des St.-Ursula-Gymnasiums, der Stiftung St.-Ursula-Schulen sowie des Jüdischen Museums Westfalen.

Trauerzug hält an drei Wirkungsstätten der Verstorbenen an

Der Trauerzug zum Friedhof beginnt anschließend gegen 12.15 Uhr an der Ursulastraße und wird an drei Wirkungsstätten von Schwester Johanna kurz innehalten für einen Moment des Erinnerns, des Gedenkens oder für ein stilles Gebet. Der Trauerzug wird an den folgenden Stationen musikalisch begleitet:

  • Am Eingang zum Kloster der Ursulinen an der Kappusstiege (ca. 12.20 Uhr): Hier wird sich die klösterliche Gemeinschaft von der verstorbenen Mitschwester verabschieden.
  • Am Hofportal des St.-Ursula-Gymnasiums am Ostgraben (ca. 12.25 Uhr): Schwester Johanna war fast drei Jahrzehnte lang Direktorin der Schule. An dieser zweiten Station können die Schulgemeinde, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer Schwester Johanna die letzte Ehre erweisen.
  • Am Jüdischen Museum Westfalen am Südwall, das Schwester Johanna mitbegründet und anderthalb Jahrzehnte lang ehrenamtlich geleitet hat (ca. 12.35 Uhr): Zu dieser Station sind insbesondere aktive und ehemalige Mitarbeiter, Förderer und Freunde des Museums eingeladen.

Der Konvent der Ursulinen, die Stiftung St. Ursula, das St.-Ursula-Gymnasium, das Jüdische Museum Westfalen und Bürgermeister Tobias Stockhoff laden Freundinnen und Freunde sowie Weggefährten der Verstorbenen ein, an einem oder auch an allen drei Orten für einen kurzen Moment der Verstorbenen zu gedenken. Alle Bürgerinnen und Bürger sind insbesondere zwischen dem Platz der Deutschen Einheit sowie dem Jüdischen Museum eingeladen, sich von der verstorbenen Ehrenbürgerin der Stadt Dorsten zu verabschieden.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr tragen den Sarg der Ehrenbürgerin

Vom Jüdischen Museum fährt der Trauerzug dann zum Friedhof St. Agatha an der Gladbecker Straße. Begleitet wird der Trauerzug von Fahrzeugen der Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks (THW). Während des Trauerzuges durch die Innenstadt wird das Totengeläut der St.-Agatha-Kirche zu hören sein.

Stellvertretend für die gesamte demokratische Bürger- und Stadtgesellschaft werden sechs Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Dorsten den Sarg der Ehrenbürgerin tragen. Eine Ehrenabordnung der Feuerwehr wird Schwester Johanna auf dem Friedhof begleiten.

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Am Grab wird für Schwester Johanna auch das jüdische Kaddisch als Totengedenken gesprochen werden. Insbesondere für Gäste, die den Trauerzug von der Klosterkirche bis zum Platz der Deutschen Einheit oder zum Museum zu Fuß mitgehen, stehen für den Transfer zum Friedhof an der Gladbecker Straße Busse bereit, die nach der Aussegnung und Beisetzung auch wieder zurück zum Platz der Deutschen Einheit fahren. Der Weg am Friedhof wird von 12.30 bis etwa 14 Uhr für den regulären Verkehr gesperrt sein.

Trauerbeflaggung im ganzen Stadtgebiet

Bürgermeister Tobias Stockhoff hat für den Tag der Trauerfeier vor dem Rathaus sowie der Hauptfeuer- und Rettungswache Trauerbeflaggung angeordnet. Auch vor dem St.-Ursula-Gymnasium wird die Ursula-Flagge auf halbmast wehen. Die Dorstener Schützenvereine sind von der Stadt gebeten worden, in den elf Stadtteilen ebenfalls Trauerbeflaggung zu setzen.

Kondolenzbuch wird an mehreren Stellen ausgelegt

Das Kondolenzbuch zur Erinnerung an Schwester Johanna wird vor und nach dem Trauergottesdienst in der Klosterkirche St. Ursula ausliegen. Bereits seit Freitag liegt das Kondolenzbuch bis einschließlich Samstag, 4. Januar, im Dorstener Rathaus aus. Das Bürgerbüro ist an diesem Samstag geöffnet. In der ersten Schulwoche nach den Ferien (6. bis 10. Januar) liegt das Kondolenzbuch dann im Gymnasium St. Ursula aus, anschließend (ab dem 13. Januar) im Jüdischen Museum Westfalen.

Trauer im ganzen Kreis Recklinghausen

Landrat Cay Sübercrüb hat Schwester Johanna in einem Nachruf gewürdigt: „Ihr Engagement für Demokratie und Toleranz stand in enger Verbindung zu ihrem eigenen Lebensweg. Daraus leitete sie die moralische Verantwortung ab, mit religiösen, ethnischen und kulturellen Minderheiten solidarisch zu sein. Ihre Arbeit war ein wichtiger Beitrag, um Rückfälle in antisemitische, fremdenfeindliche und antidemokratische Haltung zurückzuweisen.“

Ihren Lehrerberuf habe sie als Lebensaufgabe verstanden. „Weit über ihr erzieherisches und fachpädagogisches Wirken hinaus hat Schwester Johanna in vorbildlicher Weise dazu beigetragen, dass die Menschen im Kreis Recklinghausen aus der heillosen Vergangenheit lernen konnten. Schwester Johanna hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die deutsche und zutiefst beschämende Geschichte als Warnung an kommende Generationen weiterzugeben.“

Im Kreis Recklinghausen werde Schwester Johanna als wertvolle Mahnerin und liebenswerter Mensch in Erinnerung bleiben.

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