Sicher war nur die Provision

Versicherungsbetrug in 370 Fällen

16.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Wohl eher diente der Abschluss von Lebensversicherungen in erster Linie seinem eigenen Geldbeutel. Seit gestern muss sich der Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 370 Fällen vor der 7. Strafkammer des Essener Landgerichts verantworten. Laut Anklage soll der Dorstener zwischen Dezember 2003 und Dezember 2004 die Versicherungsgesellschaften Condor AG und WWK AG abgezockt haben. Für die Vermittlung von Lebensversicherungen erhielt der selbstständige Versicherungsagent ordentliche Provisionen. Doch kaum hatten die Versicherungsnehmer ihre Policen in der Hand, wurden die Verträge auch schon wieder storniert. Die Versicherungsgesellschaften blieben auf den Provisionen sitzen. Schaden: rund 160 000 Euro. Seine Masche war denkbar einfach: Der 49-Jährige soll seine Kunden mit der Aussicht auf eine Beteiligung an der Provision gelockt haben. Die wirkliche Absicht eine Lebensversicherung abzuschließen, soll aber keiner der Antragsteller gehabt haben. Allerdings ist genau der Punkt der Anklage noch strittig. ?Im Großen und Ganzen räume ich ein, dass ich nicht richtig gehandelt habe?, gestand der Angeklagte. Allerdings seien es nur 253 Verträge gewesen und von denen habe er auch nur ?60 Prozent der Kunden animiert?, die Verträge nicht dauerhaft durchzuziehen. Konkrete Fälle konnte der Dorstener zwar nicht nennen, dafür hatte er aber ein Motiv für sein Tun parat: Schulden. ?Als Finanzberater darf man keine finanziellen Probleme haben?, sagte er. Er habe nur sein Geschäft forcieren wollen und nicht in betrügerischer Absicht gehandelt. ?Ich wollte das Geld zurückzahlen.? Für Richter Rudolf Fink eine abenteuerliche Begründung: ?Erst betrügt man ein bisschen und versucht das dann wieder klar zu machen?! Das ist doch Quatsch.? wit

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