Michael Vospohl glaubt daran, dass Reisen weiter stattfinden können. © Jennifer Riediger (A)
Reisen und Corona

Sind Reisen noch erlaubt? Zwei Dorstener Reisebüros, zwei Meinungen

Was hat die neue 15-Kilometer-Regel für Reiselustige aus dem Kreis Recklinghausen für Folgen? Das scheint auch für die Reisebüros in Dorsten noch nicht hundertprozentig klar zu sein.

Seit Montag gilt für die Bewohner des Kreises Recklinghausen: Außerhalb der Kreisgrenzen dürfen sie sich bis mindestens Ende des Monats nicht mehr als 15 Kilometer entfernt von ihrem eigenen Wohnort aufhalten. Was bedeutet das für bereits gebuchte Reisen, da sich zum Beispiel kein Flughafen im fraglichen Bereich befindet?

Sabine Ostendorf-Hortlik, Inhaberin des Reisebüros Hortlik, macht am Dienstagmittag klar: „Durch die Regelung mit dem Radius können Reisende derzeit nicht den Flughafen erreichen und keine Reise antreten, erst wenn das wieder aufgehoben ist. Die Reisen müssen abgesagt werden.“ Ausnahme seien Dienstreisen.

Für Januar und Februar seien aber nur wenige Reisen gebucht worden. „Wir arbeiten weiter und versuchen, alles möglich zu machen. Die Kunden können weiterhin buchen“, erklärt Sabine Ostendorf-Hortlik. Auch in Corona-Zeiten habe sich gezeigt, dass tolle Reisen möglich sind. Bei einer Buchung bis zum 31. Oktober könne die Reise bis 14 Tage vor Reisebeginn kostenlos storniert werden.

„Wir haben auf jeden Fall eine verstärkte Nachfrage“, meint auch Sabine Ostendorf-Hortlik. © privat © privat

Reisebüro-Inhaberin verständnisvoll

Die Auswirkungen dieser neuerlichen Ausfälle treffen das Holsterhausener Büro. „Wir bekommen nur eine Vergütung, wenn die Kunden wirklich gereist sind. Das fehlt uns alles“, erklärt die Inhaberin. Im Winter seien vor allem die Langzeiturlauber, die dem schlechten Wetter entfliehen wollen, normalerweise eine verlässliche Einnahmequelle.

Allerdings zeigt Sabine Ostendorf-Hortlik grundsätzlich Verständnis für die Entscheidung: „Wenn es irgendwie besser wird, ist jede Maßnahme sinnvoll. Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass Menschen auf der Intensivstation liegen.“

Anderes Reisebüro geht nicht von Absagen aus

Anders hört sich die Sache bei Michael Vospohl, Inhaber der Reiseagentur Vospohl, an. „Ich gehe derzeit davon aus, dass Reisen normal angetreten werden dürfen, sofern die Reise nicht vom Veranstalter abgesagt wird“, antwortet er am Dienstagmittag.

Bis jetzt habe er noch keine offizielle Mitteilung erhalten, die etwas anderes aussagt. „Ich würde erwarten, dass es klar kommuniziert wird, wenn das nicht möglich wäre“, meint Michael Vospohl. Schließlich gebe es ja Ausnahmen, bei triftigen Gründen dürfe man den vorgesehenen Radius verlassen.

Anders als bei Tagestouristen bestehe aus seiner Sicht bei Flugreisenden keine Gefahr, das Virus zu verbreiten. „Man fährt zum Flughafen und steigt in den Flieger ein. Alle Reisenden machen einen PCR-Test, sind also negativ“, beschreibt Michael Vospohl den üblichen Ablauf.

Viele Sommer- und Herbsturlaube werden gebucht

Aus seiner Sicht könnten Reisen in der momentanen Lage ganz wichtig sein, „um sich ein bisschen Erholung und Ruhe zu gönnen“. Für Januar und Februar hat die Nachfrage ohnehin enorm nachgelassen. „Über 90 Prozent weniger sind das, nur vereinzelte Reisen auf die Kanaren oder die Malediven haben wir verkauft“, berichtet Michael Vospohl. Allerdings würden viele Kunden bereits ihre Urlaube für Sommer und Herbst buchen, die Hoffnung kehre bei Kunden und Reisebüro zurück. „Wir sind wieder im positiven Modus“, zeigt sich der Inhaber optimistisch.

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Bastian Becker

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