Christina Roemer hat die Idee, dass möglichst viele Dorstener an Heilligabend um 18 Uhr aus ihrem Fenster oder an der Haustür „Stille Nacht, heilige Nacht" singen. © Privat
Corona-Singen

Sing-Idee: „Stille Nacht“ soll an Heiligabend ganz Dorsten verbinden

Weil das gemeinsame Singen vielerorts ausfällt, hat eine Dorstenerin eine Idee: Heiligabend soll jeder für sich „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen - am offenem Fenster oder an der Haustür.

In diesem Jahr ist wegen der Coronakrise alle anders als sonst. Auch Weihnachten wird anders werden, vor allem in den Kirchengemeinden. „Vielen Menschen ist derzeit nicht so wohl bei dem Gedanken, einen Gottesdienst zu besuchen“, hat Christina Roemer in vielen Gesprächen erfahren. Und weil deshalb gerade für ältere Menschen und Kinder das gemeinsame Singen in der Kirche ausfallen wird, hat die Rhaderin eine schöne Idee geboren.

Denn Christina Roemer hat einen Aufruf an alle Dorstener Kirchengemeinden, an die Stadt Dorsten inklusive Bürgermeister Tobias Stockhoff, an die Dorstener Zeitung und in sozialen Netzwerken im Internet gestartet.

Beginn ist um 18 Uhr

Ihr Ziel: Um 18 Uhr an Heiligabend singen alle Dorstener, die an der Aktion teilnehmen wollen, gemeinsam das allseits bekannte und beliebte Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

„Jeder für sich an seinem offenen Fenster oder vor seiner Haustür“, stellt sich Christina Roemer die möglichst kontaktfreie Umsetzung vor.

Als Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde Heilig-Geist hat die Rhaderin zuerst Pfarrer Andraes Deppermann ihre Überlegung vorgestellt. Seine Reaktion? Ein großes Lob. „Er hätte die Idee gerne selbst gehabt, sagte er mir“, erzählt Christina Roemer.

Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht” darf an Heiligabend nicht fehlen. © dpa © dpa

Sie selbst bezeichnet sich nicht als „große Kirchgängerin“. Auch musikalisch sei sie bislang nur als „alltagstaugliche Falschsängerin“ hervorgetreten. Doch Christina Roemer glaubt an die verbindende Kraft der Musik. „Vielen Menschen fehlt die Gemeinschaft mit anderen. Gerade Ältere und Alleinstehende werden vielleicht einen eher einsamen Heiligabend haben.“

„Graswurzelaktion“

Und so soll ihre „Graswurzelaktion“ ein wenig mehr Verbundenheit und Freude am Weihnachtsabend machen. „Fünf Minuten Singen für den Geist der Weihnacht und als Zeichen, dass niemand alleine ist.“

Christina Roemer hofft nun, dass sich ihre Idee in den nächsten Tagen in ganz Dorsten herumspricht und sich vervielfältigt, dass Vereine, Freundeskreise, Nachbarschaften den Gedanken weitertragen, auf dass möglichst viele Einzelsänger aus offenen Haustüren und Fenstern heraus ein großes gemeinsames Ganzes bilden – natürlich gerne auch mit instrumentaler Untermalung.

Gegen das „ewige Genöle“

Ihren Vorschlag hat sie auch in die Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Dorsten kommst, wenn …“ gepostet und da eine große Zustimmung bekommen. „Auch wenn es dort die üblichen drei, vier Nörgler gegeben hat.“ Und deswegen ist der Rhaderin wichtig: „Ich will dem ewigen Genöle in dieser Zeit eine schöne Sache entgegensetzen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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