So schützen sich Schnäppchenjäger vor Internet-Abzockern

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Vermeintliche Schnapper im Internet können zu einem großen Ärgernis werden. Wie man sich vor unseriösen Angeboten schützen kann, erklärt die Leiterin der Verbraucherzentrale in Dorsten.

Dorsten

, 11.07.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Online-Shops wie die Wish-App locken mit verführerischen Preisen. Wer ein Schnäppchen machen will, für den ist die Plattform auf den ersten Blick das reine Paradies. Bestellungen werden jedoch oft zum Ärgernis. Der Grund: defekte Ware, gefälschte Markenklamotten, keine Lieferung.

Billige Nachahmungen aus Fernost können gefährlich sein

Mechthild Clever-Schmitz von der Verbraucherzentrale Dorsten warnt davor, die vermeintlichen Angebote zu bestellen. Man solle bedenken, dass Wish lediglich der Vermittler zwischen Händler und Käufer sei, sagt sie. Zwar sitze das Unternehmen in Kalifornien, die Ware komme jedoch oft aus Fernost. Wer der tatsächliche Verkäufer ist, könne man oft nicht erkennen.

"Manchmal sind die Bestellungen Wochen oder gar Monate unterwegs", erzählt die Verbraucherschützerin. Oft seien die angeblichen Schnäppchen bloß gefälscht und von minderer Qualität. Es könne sogar passieren, dass sie nie ankomme, weil der Zoll die Bestellung beschlagnahmt habe.

"Markenlosen Elektronik kann zur Gefahr werden", warnt Clever-Schmitz. Achten sollte man auf die CE-Kennzeichnung, die bestätigt, dass das Produkt den produktspezifischen geltenden europäischen Richtlinien entspricht.

Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn der Kunde defekte oder minderwertige Ware zurückschicken will. Kostenlose Rücksendungen seien vom Gesetzgeber nicht mehr vorgeschrieben. "Schicken Sie mal Ware nach China zurück - das kann teuer werden", so die Verbraucherschützerin.

Vor dem Kauf im Internet schlau machen

Fans von Online-Einkäufen rät Clever-Schmitz vor einer Bestellung, das Impressum der Webseite zu prüfen sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Wenn die in schlechtem Deutsch verfasst seien, sei das ein Warnsignal. "Ich kann nur sagen, dass man im Vorfeld vorsichtig sein sollte, wenn es billig ist."

Das Trusted-Shop-Siegel soll Online-Shops als vertrauenswürdig ausweisen. Jedoch wird auch hier getrickst. Um sich von der Echtheit des Siegels zu überzeugen, genügt ein Klick auf das Siegel. Dahinter sollte eine Verlinkung zur Seite der Siegel-Verleihers stecken, die ausdrücklich den Online-Händler als vertrauenswürdig ausweist. Die Verbraucherzentrale erklärt aber auch, dass nicht jeder seriöse Web-Shop solch ein Gütesiegel auf seiner Seite platziert hat.

Clever-Schmitz rät außerdem, vor der Bestellung nach Erfahrungen anderer Käufer im Internet zu suchen. Käufer sollten die Ware erst bezahlen, wenn sie angekommen ist.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind Gespräch nur noch nach Terminvereinbarung möglich (Telefon: 02362 / 7875201). Montags und donnerstags hat die Geschäftsstelle von 10 bis 14 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Dienstags ist die Verbraucherzentrale geschlossen, mittwochs und freitags hat sie von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Zusätzlich gibt es jeden zweiten Montagnachmittag Beratungen zum Thema Mietrecht (20 Euro). Dienstagsnachmittags gibt es eine kostenfreie Energieberatung ab 15 Uhr. Außerdem verleiht die Verbraucherzentrale auch Strommessgeräte, so dass man zwei Wochen seinen Stromverbrauch kontrollieren kann (20 Euro Pfand). Eine Versicherungsberatung wird jeden zweiten Mittwoch von 9 bis 16 Uhr angeboten und kostet 40 Euro je halbe Stunde. Der Versicherungscheck, der sich bei Lebensveränderungen wie dem Start ins Berufsleben, Heirat oder Pensionierung anbietet, kostet 80 Euro je Stunde.
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