Sorge in Wulfen-Barkenberg: „Ohne Markt ist der Stadtteil kaputt!“

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Der Wochenmarkt in Wulfen-Barkenberg ist ein Krisengebiet. „Ohne Markt ist der Stadtteil kaputt“, sagen Einheimische. Aber es gibt auch Ansätze, wie es wieder aufwärts gehen könnte.

Wulfen-Barkenberg

, 04.10.2019, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit rund einem Jahr steht Hendrik Jeismann mit einem kleinen Stand auf dem Barkenberger Wochenmarkt. „Es fehlt ein wenig die Vielfalt, zum Beispiel Käse und Wurst, auch junge Kunden sind selten“, sagt der Landwirt aus Holsterhausen. „Dafür sind hier viele Senioren und ausländische Mitbürger. Man merkt, dass noch oft frisch gekocht wird, da auch schon mal größere Mengen gekauft werden.“

Sorge in Wulfen-Barkenberg: „Ohne Markt ist der Stadtteil kaputt!“

Landwirt Hendrik Jeismann aus Holsterhausen ist seit einem Jahr mit einem Stand in Barkenberg. „Man merkt, dass oft noch frisch gekocht wird.“ © Bludau

Jeismann ist verhalten optimistisch, doch Rüdiger Kühn fand am Mittwochabend bei der Wulfen-Konferenz deutliche Worte: Es gebe immer weniger Händler - und somit auch immer weniger Kunden. „Ohne Markt ist der Stadtteil kaputt“, warnte er. Denn der Wochenmarkt sei ja nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern auch extrem wichtig für die Kommunikation.

Erste Ideen gibt es schon

Kühn gehört zum Leitungsteam der Stadtteilkonferenz und hatte vor Beginn der Sitzung eine Umfrage gestartet, was dem Markt fehlt und was besser sein könnte. Wenig später diskutierten die rund 30 Teilnehmer leidenschaftlich, wie sich die Situation verbessern ließe. Und entwickelten spontan eine Reihe von Ideen.

Ein paar Beispiele: lokale Produzenten ansprechen, ein Marktcafé vor dem Gemeinschaftshaus oder bei der Bäckerei Sanders einrichten, regelmäßige Events, eine gelegentliche Verschiebung auf den Nachmittag oder gar einen Feierabendmarkt in jedem Quartal, um auch Berufstätige zu erreichen. Die Liste der Vorschläge ist lang, was davon umzusetzen ist, steht aber auf einem anderen Papier.

Arbeitsgruppe setzt sich mit der Stadt zusammen

Denkbar scheint eine kleine räumliche Verlagerung in die Nähe des Prisma-Parks, um von dort Kunden zu einem Marktbesuch zu animieren. Bürgermeister Tobias Stockhoff sicherte am Mittwoch zu, diese Möglichkeit im Rathaus prüfen zu lassen. Eine achtköpfige Arbeitsgruppe, die sich spontan bildete, wird in den nächsten Monaten mit Experten aus dem Rathaus auch die übrigen Vorschläge diskutieren.

Sorge in Wulfen-Barkenberg: „Ohne Markt ist der Stadtteil kaputt!“

Malin Baumeister und Jutta Deiters von der Schermbecker Gärtnerei Baumeister sind regelmäßig auf dem Barkenberger Wochenmarkt. „Früher war es besser“, sagen sie. © Bludau

Landwirt Hendrik Jeismann weiß nur vom Hörensagen, wie groß der Markt in zentraler Barkenberger Lage früher mal gewesen ist. Inzwischen bleiben vor allem dienstags viele Händler und Kunden weg. „Es ist nicht mehr so gut wie früher“, gibt Marktverkäuferin Jutta Deiters von der Schermbecker Gärtnerei Baumeister zu, „aber wenn das Wetter mitspielt, kommen die Leute. Allerdings ist die Ruine der Ladenzeile kein schöner Anblick.“

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Da fällt möglicherweise am 25. Oktober eine Vorentscheidung, wenn am Amtsgericht die Zwangsversteigerung ansteht. Der Bürgermeister ließ sich am Mittwoch nicht in die Karten gucken, welche Strategie die Stadt verfolgt, „um unsere Verhandlungsposition nicht zu schwächen“. Er sagte aber auch: „Mittelfristig sehen wir dort eine Entwicklung.“

Damit meinte er nicht nur die alte Ladenzeile, sondern auch die Freifläche, auf der sich der Wochenmarkt befindet.

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