SPD Dorsten setzt auf Frauen, aber die Spitzenkandidatin bekommt einen Dämpfer

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Bei der Delegiertenkonferenz der SPD Dorsten gab es einen Dämpfer für Spitzenkandidatin Jennifer Schug. Doch darüber und eine „formale Unsicherheit“ spricht die Partei offenbar ungern.

Dorsten

, 10.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Öffentlichkeit war nicht zugelassen bei der Wahldelegiertenkonferenz der SPD Dorsten am 27. Februar im Gemeinschaftshaus Wulfen. Bis zu einer offiziellen Mitteilung der Partei dauerte es anschließend trotz mehrfacher Nachfrage über eine Woche.

Grund ist nach Angaben von Partei-Chefin Jennifer Schug eine „formale Unsicherheit“ gewesen. Die konnte erst am letzten Donnerstag (5. März) und nach Rücksprache mit dem zwischenzeitlich erkrankten Wahlamtsleiter Klaus Ihling geklärt werden. Davon ist in der Pressemitteilung aber ebenso wenig die Rede wie von einem herben Dämpfer für die Bürgermeisterkandidatin.

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Jennifer Schug erhielt bei der geheimen Wahl zehn Gegenstimmen, 28 Delegierte stimmten für sie. Beim Nominierungsparteitag am 14. Februar hatten nur drei Genossen öffentlich ihre Ablehnung dokumentiert. Ein Ratsmitglied sagte damals: „Es hätte schlimmer kommen können.“

Beim Parteitag im Gemeinschaftshaus Wulfen wurden auch die Kandidaten in den 22 Dorstener Wahlbezirken und die Reserveliste aufgestellt. Jennifer Schug ist zufrieden: „Ich bin stolz darauf, als Bürgermeisterkandidatin mit einem gut durchmischten und bunten Team anzutreten“, wird sie in einer Pressemitteilung zitiert. „Denn genauso bunt wie unser Team ist auch die Dorstener Bevölkerung, deren Interessen wir im Rat vertreten wollen.“

Reserveliste der SPD ist „quotiert“

Erstmalig wurde die SPD-Reserveliste auch „quotiert“, also abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt. Die Bürgermeisterkandidatin betont: „Gerade in der Kommunalpolitik fehlt es auch in Dorsten an Frauen. Durch unsere Kandidatinnen wird dem Rat unserer Stadt ein völlig neues und zeitgemäßes Gesicht verliehen.“

Auf Platz eins der Reserveliste steht die Parteichefin selbst, was den Schluss zulässt: Sollte sie bei der Bürgermeisterwahl gegen Tobias Stockhoff (CDU) unterlegen sein, wird sie Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat und somit Nachfolgerin von Friedhelm Fragemann, der bekanntlich nicht mehr kandidiert.

Kolloczek nur auf Platz 22

Auch der Barkenberger Swen Coralic steht für eine weitere Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung, der frühere Bürgermeisterkandidat Michael Baune hatte sich Ende des vergangenen Jahres aus der Ratsfraktion verabschiedet.

Der amtierende stellvertretende Bürgermeister Jan Kolloczek steht nur auf Platz 22 der SPD-Reserveliste. Sollte er seinen Wahlkreis in Wulfen-Barkenberg - anders als 2014 - nicht gewinnen, ist auch er raus.

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