SPD kristisiert undurchschaubares Zechenkonzept

Offene Vorstandssitzung

"Schöne neue Welt auf dem Zechengelände?". Unter diesem mit einem Fragezeichen versehenen Titel veranstaltete der SPD-Ortsverein Hervest seine Offene Vorstandssitzung am letzten Dienstag.

HERVEST

19.04.2011, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung bildete die Entwicklung bezüglich des Begegnungszentrums für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte, so wie der Sachstand zur Maschinenhalle auf dem ehemaligen Zechengelände. Hans Udo Schneider, Vorsitzender des Bergbauvereins konnte berichten, dass es zwischenzeitlich eine abschließende Vereinbarung mit der Stiftung für Industrie- und Denkmalpflege gibt. Die Aufgabenverteilung brachte er so auf den Punkt: „Die Stiftung ist verantwortlich für die Unterhaltung der Maschinenhalle an Dach und Fach, der Bergbauverein plant, organisiert und ist zuständig für den laufenden Betrieb“. Geklärt sei inzwischen auch, die für den Ausbau der Maschinenhalle vorgesehenen 700.000 € sind ausschließlich hierfür gesichert, die Mittel für das Begegnungszentrum kommen von anderer Stelle.

Einen zweiten Schwerpunkt des Abends bildeten die weiteren Entwicklungen am Brunnenplatz. Hier insbesondere die Fragen um die Zukunft des dort ansässigen Kultur- und Begegnungszentrums und die langfristig gefährdete Nutzung des ehem. Lokals im Erdgeschoss. In einer Stellungnahme der Nutzer werden Befürchtungen deutlich, dass bei einer Verlagerung von jetzt am Brunnenplatz aktiven Bürgerprojekten in ein „Haus der Vereine“ auf dem Zechengelände erhebliche Risiken für den Fortbestand bestimmter Initiativen bestehen. „Es steht zu befürchten, dass bei einer Verlagerung die langjährige erfolgreiche Aufbauarbeit zur Belebung des Brunnenplatzes zunichte gemacht wird“, so die Kernaussage der Nutzergruppen.

Michael Baune, SPD-Ortsvereinsvorsitzender gab zu bedenken, dass die Aufgabe des Ladenlokals am Brunnenplatz zudem einen Widerspruch zu den Zielsetzungen des Projektes „Soziale Stadt“ darstellen würde: „Im Maßnahmenkatalog ist von einer Stärkung und Wiederbelebung des Brunnenplatzes die Rede, die Verlagerung würde das Gegenteil bewirken.“ Hier sei mit Augenmaß vorzugehen. „Sicher gibt es einzelne Projekte, die sowohl am Brunnenplatz wie auch auf dem Zechengelände funktionieren können. Andere wiederum, wie etwa „Mukumile“, „ZWAR-Gruppe“, Migrationsreferat und „Verein deutsche Sprache“ seien untrennbar mit dem Standort Brunnenplatz verknüpft und sollten daher bei allen noch zu lösenden Fragen dort verbleiben!“, so Baune.

Die Hervester SPD zumindest werde sich dafür einsetzen, die derzeitigen Räumlichkeiten auch über den Projektzeitraum hinaus nachhaltig zu sichern. Entscheidend hierbei ist, ob es nicht doch eine Lösung zur langfristigen Absicherung der laufenden Mietkosten geben kann.

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