Speed-Flower erntet Innovationspreis

13.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schermbeck Lediglich technikverrückt ist dieser Gärtner-Meister nicht, nein, das beschreibt es nicht ganz. "Ich bin schon fast technikkrank", sagt der Schermbecker Markus Brokemper, der am vergangenen Freitag auf der diesjährigen Bundesgartenschau in Gera aus den Händen von Bundes-Landwirtschaftsminister Horst Seehofer den Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2007 in Empfang nehmen durfte.

Das Preisgeld in Höhe von 3750 Euro in der Kategorie Technik erhielt der Gartenbaubetrieb Brokemper (Chef ist Markus? Cousin Clemens Brokemper) in der Gärtnersiedlung am Linnenhee für eine bahnbrechende Erfindung: den "Speed-Flower", ein Transportfahrzeug mit Regalsystem, das auf den Freilandflächen zum einen das Aussetzen und Topfen von Pflanzen-Setzlingen ermöglicht, zum anderen auch das Ernten und Aufnehmen der groß gewordenen Gewächse. "Eine sechsstellige Summe haben wir dabei investiert", erzählt Markus Brokemper, der bei der Planung mit einem befreundeten Schlosserei-Betrieb zusammengearbeitet hat.

"Der Speed-Flower schließt eine große Automatisierungslücke im gärtnerischen Produktionsverfahren und hat Modellcharakter, da er sich auf andere Container-Kulturen übertragen lässt", hieß es bei der Preisverleihung. "Die schwere und zeitintensive Arbeit auf dem Feld wird dabei erleichtert. Wir sparen dabei die Arbeit von 20 bis 25 Hilfskräften ein", so Markus Brokemper.

Hightech

Statt auf billige Saisonarbeiter haben die Brokempers seit jeher lieber auf die Karte Technik gesetzt. Der Betrieb mit den riesigen Ausmaßen (drei Hektar überdachte Fläche, zehn Hektar Freiland) ist quasi vollautomatisiert, lediglich zehn Angestellte plus Ergänzungs-Beschäftigte sorgen dafür, dass hier drei Millionen Pflanzen pro Jahr durchlaufen. Topfroboter, Tische auf Rollen, die von unten bewässert werden, eine vollautomatische Maschine, die die Blumen nach Durchmesser, Höhe, Blühstadium und Farbintensität sortiert - überall Hightech auf der Stadtgrenze Schermbeck/Holsterhausen. Nur für die nötigen warmen Temperaturen sorgt ein Brennstoff-Fossil: die Kohle. "Mit Öl oder Gas zu heizen, wäre bei den hohen Preisen zu kostenintensiv."

Zu den Groß-Kunden des Gartenbau-Betriebes, der sich derzeit anschickt, seine Anbauflächen zu erweitern, gehören die Kette Blumen Risse sowie die Metro AG. Da wird in Hunderttausenden Pflanztöpfen gerechnet - schon jetzt wachsen Unmengen von Weihnachtssternen unter Wasser- und Lautsprecherberieselung dem Winterverkauf entgegen. Die Musik allerdings ist nicht auf das Wachstums-Potenzial der Pflanzen abgestimmt. Markus Brokemper: "Das gibt?s zwar auch, aber die Nachrichten-Sender sind eher für uns gedacht." MK

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