Für "viel Geld" hat Prinz Alexander von Anhalt einen Teil seines Swingerclubs in Dorsten zu einem exklusiven Spielpalast umbauen lassen. Doch die Stadt Dorsten hat den Betrieb untersagt. © privat
Villa Palazzo

Spielhallen-Ärger im Dorstener Swingerclub: Keine Extrawurst für den Prinzen

Alexander von Anhalt hat sich verzockt. Im Swingerclub „Villa Palazzo“ wollte er einen Spielpalast eröffnen. Die Stadt Dorsten erklärt, warum sie für den Prinzen keine Ausnahme macht.

Alexander von Anhalt mag keine halben Sachen. Aus der Villa Palazzo in Wulfen hat er nach eigenen Angaben „Deutschlands legendärsten Swingerclub“ gemacht. Das Ambiente ist dem Vernehmen nach exquisit, die Kundschaft ist es mitunter auch.

Welche Prominente aus aller Welt das Etablissement in der Vergangenheit besucht haben, verrät er nicht. „Vertraulichkeit ist ganz wichtig“, sagt der Mann, der sich gerade mächtig über die Stadt Dorsten ärgert. Denn in der Coronakrise kam ihm die Idee, eine Etage „für viel Geld“ zu einem Spielpalast umzubauen.

Auf Fotos posiert der Adoptivsohn von Hollywood-Prinz Frederic von Anhalt und Schauspieler-Legende Zsa Zsa Gabor vor goldenen Kronleuchtern und roten Seidenvorhängen. „Fünf Sterne, alles vom Feinsten“, sagt der gebürtige Dorstener (50). Aber eröffnen darf er den offenbar exklusiven Zocker-Tempel nicht. Denn er hat die Rechnung ohne die Stadt Dorsten gemacht.

„Eine Spielhalle ist keine gewerbliche Nutzung“

Die hat den Betrieb untersagt und verweist auf den geltenden Bebauungsplan: „Das Objekt liegt in einem Gewerbegebiet, aber bei einer Spielhalle handelt es sich nicht um eine gewerbliche Nutzung“, sagt Stadtsprecher Christoph Winkel. „Die Eigenart des Baugebietes soll erhalten bleiben, auch zur Sicherung der Flächenbedarfe der Gewerbebetriebe, sodass aus städtebaulichen Gründen keine Ausnahme erteilt wurde.“

Mit anderen Worten: Alexander von Anhalt hätte sich vorher erkundigen sollen, dann hätte er sich die Investition sparen können. Der Prinz jedoch hält dagegen:„Am Brauturm in Wulfen gibt es auch eine große Spielhalle. Da ist viel mehr Frequenz, da sind auch Kinder unterwegs.“ Sein Spielpalast hingegen sei „eher abgeschieden“. Und: „Wir würden sehr darauf achten, dass niemand der Spielsucht verfällt.“

Eine noble Geste vielleicht, aber für die Entscheidung der Stadt ist sie irrelevant. Stadtsprecher Winkel: „Beim Brauturm handelt es sich um ein Sondergebiet mit Nahversorgungszentrum. Dort sind Spielhallen in einem bestimmten Bereich zulässig.“

Was nun aus des Prinzen Spielpalast wird, ist offen. Seinen bekannten Swingerclub wird er in diesem Jahr wohl nicht mehr eröffnen. Zu viel um die Ohren hat er, außerdem sei die Coronakrise ja noch nicht vorbei. „Da muss ich Kunden und Mitarbeiter schützen.“

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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