Der neue Metall-Steg im Finkennest am Kanal führt über eine Feuchtwiese. © Robert Wojtasik
Spielplatz

Spielplatz-Test im neuen Finkennest: Bleibt das mit dem Sumpf so?

Nach der Umgestaltung des Finkennests im Schölzbachtal hat ein Leser den Spielplatz-Test gemacht. Es gibt Lob, aber auch einige Anmerkungen - und Antworten von der Stadt.

Vor einem Monat wurde der erste Teil der Umgestaltung des Schölzbachtals im Altstadtbereich abgeschlossen. Das Finkennest am Kanal hat unter anderem neue Spielbereiche und Aufenthaltsmöglichkeiten bekommen. Vieles sei gut gelungen, schreibt uns ein Leser, der das neue Finkennest zuletzt mit seiner Familie getestet hat. Ein paar Dinge sind ihm allerdings aufgefallen.

Die beiden Stühle zum Beispiel, die etwas abseits stehen und an denen der neu gestaltete Weg zwar noch eine kurze Abzweigung nimmt, dann aber abrupt am Zaun endet. Sitzt man auf den Stühlen, blickt man von den neuen Spielgeräten weg. Der kurze Weg und die Stühle seien „sinnlos“, meint der Leser, sofern dort nicht weitergebaut würde.

Diese Stühle wirken im ersten Moment fehl am Platz. Sie sind aber Teil eines Kunstprojekts und waren schon vor der Umgestaltung des Finkennests vorhanden.
Diese Stühle wirken im ersten Moment fehl am Platz. Sie sind aber Teil eines Kunstprojekts und waren schon vor der Umgestaltung des Finkennests vorhanden. © Robert Wojtasik © Robert Wojtasik

Der Weg ende bewusst dort, nämlich an den Stühlen, stellt die Stadt klar. Die beiden Sitzgelegenheiten sind schon Jahre vor der Umgestaltung des Spielplatzes im Rahmen des Kunstprojekts „Stühle am Schölzbach“ aufgestellt und fest im Boden verankert worden – und das auch bewusst mit Blickrichtung Bach, um das Bewusstsein der Menschen für den Bach zu stärken.

Schiefe Tischtennisplatten?

Lob bekommt der neu gestaltete Bereich um die Tischtennisplatten, der nun „gut einsehbar und schön offen“ sei. „Leider sieht man so aber auch, dass die Tischtennisplatten schief stehen.“ Tischtennisplatten im Freien würden stets der Geländeneigung folgen, heißt es dazu von der Stadt. „Damit sie auf beiden Seiten die gleiche Höhe für die Spieler haben. Das ist nicht unüblich und schränkt die Nutzung auch nicht ein.“

Die Tischtennisplatten stehen auf einem abschüssigen Gelände. © privat © privat

Die vom Spielplatz-Tester angeführten fehlenden Mülleimer an den neuen Bänken waren eine bewusste Entscheidung. Man stelle „möglichst keine Abfallbehälter mehr an Bänken auf“, so die Stadtverwaltung, „weil Essensreste darin häufig Wespen anlocken und damit die ungestörte Nutzbarkeit der Sitzmöglichkeit einschränken.“

Betritt man das neue Finkennest, springt als erstes der Metall-Steg ins Auge. Er führt über eine Feuchtwiese. Das Wasser sei bei seinem Besuch „eine übel riechende schlammige Matsche“ gewesen, schreibt der Leser. „Wie dieses Gewässer in einigen Jahren aussehen soll, bleibt noch im Unklaren.“

Feuchtwiese bleibt erhalten

Antwort: Die Feuchtwiese bleibt in dieser Form erhalten. Der Bereich sei aufgrund des hohen Grundwasserspiegels schon immer sehr nass gewesen, heißt es aus dem Rathaus, und deshalb habe sich dort auch Leben entwickelt: „Der Steg dient also nicht nur dazu, diese Feuchtwiese trockenen Fußes überqueren zu können, sondern auch, diese aus der Nähe betrachten zu können.“

Dass stehende Feuchtigkeit je nach Wetterlage etwas riechen könne, sei natürlicher Bestandteil solcher Feuchtflächen, so die Stadt weiter. „Aktuell ist der Geruch etwas stärker wahrnehmbar, weil nach den Bauarbeiten die Pflanzendecke noch nicht wieder geschlossen ist. Einige offenbar herausgerissene Pflanzen werden kurzfristig wieder eingesetzt.“

Bleibt die Rutsche. Die habe seine Tochter nicht testen können, weil das Metall in der Sonne sehr heiß geworden sei, so der Leser. Das lasse sich bei starker Sonneneinstrahlung nun mal nicht vermeiden, antwortet die Stadt. Metallrutschen seien stabil und nachhaltig und im Gegensatz zu Kunststoffrutschen weniger anfällig für Beschädigungen. Tipp der Stadt: „Mit einer kleinen Decke oder einem Kissenbezug lässt sich der Hautkontakt zu den aufgeheizten Flächen reduzieren.“

Die Umgestaltung des Schölzbachtals kostet rund 3,1 Mio. Euro und wird aus Mitteln der EU, des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dorsten finanziert. 800.000 Euro entfallen aufs Finkennest. Im September soll der zweite Bauabschnitt beginnen. Er umfasst den Winks-Mühlen-Park, die Platzfläche an der Kirchhellener Allee, das Klimawäldchen, die dem Bach zugewandte Seite der Straße „Goldbrink“ sowie den Bereich am Regenrückhaltebecken (RBB) Am Jahnplatz.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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