Ulla Winkelmann (l.) und Doro Fitzlaff zeigen Sportübungen im Wald. © privat
Freizeittipps NRW

Sport im Wald ist eine Alternative zum Fitness-Studio

Corona schließt Fitness-Studios und legt Sportvereinsarbeit lahm. Da muss so manch Sportler Kreativität zeigen.

Was tun in Corona-Zeiten, wenn Fitness-Studios geschlossen sind, und man trotzdem nicht auf Sport verzichten will? Diese Frage stellten sich die Dorstenerinnen Ulla Winkelmann und Dorothee Fitzlaff.

Laufen in der Hohe Mark

Die beiden langjährigen Laufgefährtinnen mussten nicht lange suchen, um kreativ zu werden. Kennen Sie doch den Wald in der Hohe Mark wie ihre Westentasche. In der Regel laufen sie sonntags gemeinsam mit ihren Laufkollegen vom SV Lembeck durch den Wald für den langsamen langen Lauf, den „long jog“, ab Wanderparkplatz am Napoleonsweg. Lange Läufe dienen der Grundlagenausdauer und sind aus dem Lauftraining nicht wegzudenken. Aber in Corona-Zeiten fallen die Gruppenläufe und Vereinsaktivitäten komplett weg.

Und als erfahrene Sportlerinnen wissen die beiden, dass Laufen alleine oft nicht reicht. Ein gutes Krafttraining stabilisiert Rumpf, Hüfte und Oberkörper und schützt so vor Verletzungen. Auch das Gleichgewichtstraining ist nicht zu vernachlässigen, will man beispielsweise wie die beiden im Gelände laufen. In der Regel trainiert Ulla Winkelmann das im Injoy-Fitness-Studio.

Ab 60 beschleunigt sich der Verlust der Kraft

Ulla Winkelmann, Jahrgang 1957, weiß, wofür sie trainiert. Denn ab 60 beschleunigt sich der Verlust der Kraft. Muskelgruppen am Bauch, Rücken und auch am Po wollen regelmäßig gekräftigt werden. Denn das ist die gute Nachricht: Der Muskelabbau lässt sich stoppen. Aber ohne regelmäßige Bewegung geht es nicht.

Aber Ulla Winkelmann und Dorothee Fitzlaff geht es nicht nur um ihre Gesundheit, es geht vor allem um Spaß an der gemeinsamen Kreativität und am Genuss der Bewegung in der Natur bei unterschiedlichem Wetter und zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Denn Sport im Freien hat noch einen positiven Effekt: Das Immunsystem und auch die Psyche werden nachweislich gestärkt. Und hierfür braucht es nicht mal Pillen und Vitamine für viel Geld, sondern nur Spaß an der eigenen Kreativität und an der Bewegung.

Doch wie kamen die beiden Freundinnen zu ihrer Waldsport-Idee? Wir haben sie gefragt:

Wer von euch beiden ist auf die Idee „Waldsport“ gekommen?

Doro: Das war Ullas verrückte Idee, um dem Sport-Entzug entgegenzuwirken, nachdem das Injoy wegen Corona geschlossen wurde.

Hat Ulla eine entsprechende Ausbildung zur Übungsleiterin?

Ulla: Nein, aber ich mache seit 30 Jahren regelmäßig Fitness und Krafttraining. In dieser Zeit habe ich mir die eine oder andere Übung und worauf es ankommt, abgeschaut.

Wenn man euch beim Training beobachtet, dann scheint ihr völlig im Reinen mit euch zu sein. Hat euch der Teil-Lockdown nicht negativ beeinflusst?

Ulla: Da wir uns weiterhin draußen aufhalten können, sind wir ausgeglichen und uns fällt die Decke nicht auf den Kopf.

Doro: Um Corona machen wir uns hier im Wald keine Sorgen. Wir versuchen, etwas vom Corona-Geschehen abzuschalten.

Und habt ihr keine Angst vor wilden Tieren? Habt ihr schon mal Tiere im Wald gesehen? Wenn ja, welche?

Doro: Vor Wildschweinen mussten wir schon mal die Flucht ergreifen, aber das war es auch schon an außerplanmäßigen Begegnungen. Dem Wolf sind wir glücklicherweise noch nicht begegnet. Rehe lassen sich auch öfter mal blicken und das ist immer wieder ein schönes Erlebnis.

Worauf sollten Nachahmer eures Sportangebotes achten?

Ulla: Die Übungen sollten auf festem Untergrund durchgeführt werden und die Bauchmuskulatur sollte angespannt sein, um eine gute Körperspannung zu haben.
Doro: Ganz wichtig ist es, gut aufgewärmt in die Übungen zu gehen. Wir laufen daher erst immer etwa vier Kilometer, bevor wir mit den ersten Übungen beginnen.

Und jetzt: Auf geht’s mit Ulla und Doro. Viel Spaß beim Nachmachen:

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Anke Stöcking (Jahrgang 1968), Mutter von drei, mittlerweile erwachsenen, Töchtern und passionierte Läuferin wohnt in Dorsten-Hervest. Seit 2006 ist sie bei der Dorstener Zeitung als Assistentin der Redaktion tätig und somit vor allem zuständig für Nachrichten von Kirchengemeinden, Vereinen und anderen Gruppen. Doch sie schreibt auch gerne selbst über Themen aus der Stadt.
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Anke Stöcking

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