Sri Lanka: Dorstener Schule geht im Bürgerkrieg unter

DORSTEN Mehr als drei Jahre nach der Eröffnung der mit Spendengeldern aus Dorsten finanzierten Schule in Sri Lanka ist die Einrichtung womöglich zerstört. Franz-Josef Kuhn, Präsident der hiesigen abc-Gesellschaft, bestätigte jetzt: "Im Gebiet Mulliativu wurde zuletzt massiv bombardiert. Ich weiß nicht, ob unsere Schule noch steht."

von Von Stefan Diebäcker

, 24.03.2009, 18:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sri Lanka: Dorstener Schule geht im Bürgerkrieg unter

Vor über drei Jahren eröffnete Franz-Josef Kuhn die Schule in Sri Lanka.

Seit Jahren tobt im Nordosten von Sri Lanka der Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen. Kuhn hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, die Schule zu besuchen, aber keine Einreise-Erlaubnis für das Kriegsgebiet bekommen. Nach seinen Erkenntnissen waren Schule und Kindergarten zuletzt in Betrieb. "Im Lehrerhaus waren Flüchtlinge untergebracht. Da gibt es 40 Betten, Duschen und einen Aufenthaltsraum."

Fast ein Jahr nach der Tsunami-Katastrophe war das Schulzentrum kurz vor Weihnachten 2005 eröffnet worden. Mehrere 10 000 Euro hatte die abc-Gesellschaft in Dorsten gesammelt, u.a. hatte der Verein "Sag Ja zu Dorsten" einen Aktionstag für das Projekt veranstaltet. Zudem gab es 30 000 Euro vom Land NRW für didaktisches Material. Doch nur Vor- und Grundschule nahmen Anfang 2006 tatsächlich die Arbeit auf, das Lehrerfortbildungszentrum lag wegen der Kriegswirren bislang auf Eis.

Tech-Leiter hat sich in Sicherheit gebracht

Spärlichen Kontakt hat Kuhn derzeit nur zum örtlichen Chef der Hilfsorganisation Tech. Den hatte auch Bürgermeister Lambert Lütkenhorst kennen gelernt, als er vor vier Jahren mit Jürgen Salamon (Dr. Peters GmbH) nach Sri Lanka flog, um einige neue Fischerboote auf den Namen von Dorstener Stadtteilen zu taufen. Inzwischen hat der Tech-Leiter aber mit seiner Familie sicherheitshalber das Weite gesucht.

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