St.-Ursula-Gymnasiasten starten mit Idee und Firma „B-One“ voll durch

Start-Up-Unternehmen

Zwei Jungs vom Dorstener St.-Ursula-Gymnasium starten beruflich voll durch. Mit Gründung der Firma „B-One“ machten die beiden ihre Hobbys zum Beruf. Und begeistern mit einer Innovation.

Dorsten, Marl

von Patrick Köllner

, 09.05.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Niklas Toporysek (l.) und Ben Richter (r.) bauen Gaming-PCs in 19-Zoll Aluminiumfelgen ein.

Niklas Toporysek (l.) und Ben Richter (r.) bauen Gaming-PCs in 19-Zoll Aluminiumfelgen ein. © Patrick Köllner

Ben Richter hat sein Abitur schon seit 2019 schon in der Tasche. Niklas Toporysek steckt gerade mitten in den Prüfungsvorbereitungen am St.-Ursula-Gymnasium. Wie es für die beiden Marler danach beruflich weitergeht, steht bereits fest. Mit Gründung der Firma „B-One“ machten die Jungs ihre Hobbys zum Beruf. „Wir sind leidenschaftliche Gamer und haben uns auch immer schon für schöne Autos begeistert“, sagt Ben Richter.

Das Wheel-One ist der erste Serien-Felgen-Gaming-Computer

Zusammen mit Niklas Toporysek bastelte Richter vor zwei Jahren einen Prototypen eines Produkts zusammen, das es in dieser Kombination laut seiner Aussage zuvor noch nicht gegeben hätte. „Das Wheel-One ist der erste Serien-Felgen-Gaming-Computer“, so Ben Richter. Mit anderen Worten: Die Schüler bauten im Jahr 2018 einen leistungsfähigen, für Videospiele optimierten Computer in eine Aluminiumfelge ein. „Die Fertigstellung unseres ersten Modells hat knapp drei Monate gedauert. Das war Learning-by-doing“, erinnert sich Niklas Toporysek.

Gleichzeitig knüpften die Marler erste Kontakte zu Jean Pierre Kraemer in Dortmund. Der Auto- und Tuningexperte Kraemer wurde durch Fernsehsendungen wie „Die PS-Profis“ und „Grip – Das Motormagazin“ bekannt. Zusätzlich veröffentlicht Jean Pierre Kraemer viele Videos im Internet. Auf der Plattform Youtube erreicht er damit regelmäßig knapp zwei Millionen Nutzer. Seine Firma „JP Performance“ in Dortmund ist ein beliebter Treffpunkt für die Szene der Auto-Tuner. Darin sahen die Schüler ihren Wunschpartner für ihr Geschäftsmodell.

Kontakt zu Jean Pierre Kraemer in Dortmund geknüpft

„Auf unsere ersten Anfragen gab es zunächst nur Absagen“, blickt Ben Richter zurück. Irgendwann kam der Kontakt dann aber doch zustande. „JP Performance stellte uns eine hochwertige Felge des amerikanischen Herstellers Rotiform zur Verfügung. Dazu sagten sie dann so etwas wie ‚macht mal‘“, erinnert sich Ben Richter. Die beiden Marler „machten“ jedenfalls und fertigten ein Hochglanz-Vorführmodell an.

Als sich bei der anschließenden Präsentation des Stücks bei JP Performance in Dortmund der Raum immer mehr mit interessierten Angestellten füllte, wussten die Tüftler, dass ihr Projekt Potenzial hatte. „Unser Design war völlig neu, das gab es so noch nicht“, sagt Ben Richter. Zu diesem Zeitpunkt beschlossen die Marler, eine Firma zu gründen.

Die beiden waren 2018 noch minderjährig

Das Problem dabei: Sie waren im Jahr 2018 erst 17 Jahre alt und somit noch minderjährig. Bis sie die Firma 2019 gründen konnten, bereiteten sich Ben Richter und Niklas Toporysek intensiv auf das Geschäftsleben vor. „Beim Startercenter NRW in Recklinghausen haben wir uns viele Informationen geholt“, sagt Ben Richter. Dazu belegten sie beispielsweise auch Steuer- und Versicherungsseminare. Durch die Coronakrise liegt der Start der Serienproduktion derzeit auf Eis. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn die Gespräche mit einer Elektromarktkette in Österreich abgeschlossen sind.

Start der Serienproduktion liegt auf Eis

Bleibt die Frage, ob sich das Leben durch ihre Firma verändert hat? Darauf antwortet Niklas Toporysek: „Die Freizeit ist schon ein bisschen weniger geworden, ansonsten wächst man in die Aufgaben aber allmählich rein. Der Spaß daran treibt einen an.“ Mächtig stolz auf ihre Aktivitäten sind natürlich Eltern und Großeltern. „Die unterstützen uns auch sehr“, sagt Ben Richter.

Sollte sich der gewünschte Erfolg einstellen, könnten sich die beiden Jungunternehmer durchaus vorstellen, sich ihre Traumautos zu kaufen. Im Falle von Ben Richter wäre das ein Porsche 911, Niklas Toporysek wünscht sich einen Audi R8. Neuwagen müssten es wegen des Wertverlustes aber nicht unbedingt sein. Zur Lösung dieses Problems hat Ben Richter jedoch eine Möglichkeit parat. Augenzwinkernd sagt er: „Vielleicht könnte man die Autos dann ja als Firmenwagen anmelden.“

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