Stadt Dorsten ließ Ampelschaltung prüfen - mit überraschendem Ergebnis

mlzAmpel-Check

Das Gemecker über Dorstens Ampeln ist groß. Die Stadt Dorsten ließ einen hochbelasteten Verkehrsknotenpunkt auf fußgängerfreundliche Steuerung prüfen. Das Ergebnis überrascht.

Dorsten

, 18.03.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer diese Warterei an Ampeln. Warten, damit man endlich weiter kommt. So geht es allen Verkehrsteilnehmern. Und damit diese alle gleich kurz oder lang warten, gibt es bestimmte Ampelprogramme.

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So richtig rund läuft der Verkehr in Dorsten meist nicht. Das haben unsere Ampel-Checks gezeigt. Grüne Welle? Fehlanzeige! Die drei stark befahrenen Strecken, Gahlener-, Marler- und Borkener Straße- treffen an der Kanalbrücke aufeinander und bilden so ein Nadelöhr, durch das täglich 45.000 Fahrzeuge müssen. Zudem gibt es zum Teil auch noch veraltete Technik und ausgelegt war das ganze System auch für weitaus weniger Fahrzeuge. „In den Jahren 2020 bis 2022 ist allerdings Besserung in Sicht“, verspricht Stadtsprecher Ludger Böhne.

Stadt weiß um Fußgänger-Beschwerden am Gemeindedreieck

Nach Angaben der Stadt Dorsten ist bekannt, dass sich im Bereich Gemeindedreieck Fußgänger regelmäßig beschweren. Bei der Kreuzung LSA 136 Gemeindedreieck handele es sich um einen „hochbelasteten Verkehrsknotenpunkt“. Dieser werde mittels einer verkehrsabhängig koordinierten Steuerung mit 27 Signalgruppen geregelt.

Es gilt bei solch einer erhöhten Anzahl von Signalgruppen, darauf zu achten, dass die Mindestgrün- und Schutzzeiten eingehalten werden. Daraus ergebe sich, dass für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer nur eine begrenzte Grünzeit pro Signalgruppe im Signalumlauf zur Verfügung stehe.

Progressive Schaltung für Fußgänger

Am Gemeindedreieck sind die Furten mit Mittelinseln 21 Meter, 22 Meter und 25 Meter lang. Aufgrund der geometrischen Gegebenheiten und der Furtenlängen gibt es an der Kreuzung nur Grünsignale für Fußgänger mit vorheriger Anforderung an den Tasten. Die Schaltung an den Furten erfolgt durch eine progressive Schaltung für Fußgänger mit vier Signalgruppen.

Es kann durch die progressive Schaltung zu Verzögerungen für Fußgänger kommen. Anders sei bei diesem Schaltsystem die Gewährleistung für das sichere Überqueren der Furt für Fußgänger nicht möglich. Grund dafür sind die benötigten Freigabezeiten und unterschiedlichen Schutzzeiten in Abhängigkeit der Signalfolge.

Alternative zur progressiven Schaltung

Die Stadt Dorsten hat prüfen lassen, ob eine alternative Schaltung eine bessere Lösung wäre. Bei der Alternative handelt es sich um eine simultane Signalisierung. Das bedeutet: Alle Signale einer Furt werden gleichzeitig freigegeben und enden gleichzeitig. Das habe zur Folge, dass man dann unter Umständen auf der Mittelinsel stehen bleiben müsse.

Vor allem für ältere Menschen und Kinder sei dies nicht sicher. Zudem hätte eine simultane Steuerung den Nachteil, dass es zu kürzeren Grünzeiten und somit zu längeren Wartezeiten kommen würde, da der Signalumlauf eingehalten werden muss. Dieser betrifft alle Verkehrsteilnehmer.

Am Gemeindedreieck bleibt alles beim Alten

Auch für Autofahrer sei die progressive Schaltung sinnvoller. Denn durch die simultane Schaltung können sich zu Spitzenzeiten Rückstaus bilden. Diese hätten auch höhere Emissionen zur Folge und eine gesteigerte Lärmbelästigung. Die Stadt Dorsten bleibt somit bei der verkehrsfreundlicheren Lösung, der progressiven Ampelschaltung.

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Von rund 70 Signalanlagen im Stadtgebiet Dorsten liegen laut Stadtverwaltung lediglich zwölf an städtischen Straßen. Somit liegen auch nur diese zwölf in der Verantwortung der Stadt.

Rund 50 Dorstener Ampeln stehen nach Angaben der Stadt Dorsten an Bundes- und Landesstraßen und sind somit in der Verantwortung von Straßen.NRW. Die restlichen Lichtsignalanlagen stehen an Kreisstraßen und fallen in den Zuständigkeitsbereich vom Kreis Recklinghausen.

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