Hendrik Brüggemann (v.l.), Tobias Stockhoff, Carina Jehn, Michael Maiß und Andreas Jehn freuen sich mit den Kindern über den Bolzplatz. Die Markierungen sollen rund eine Woche halten. © Petra Berkenbusch
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Stadt spendiert fünf vergängliche Bolzplätze in Dorstener Privatgärten

Ein Fußballplatz hinterm Haus mit Strafraum und Mittelpunkt - fünf Dorstener Familien bekommen dieses vergängliche Geschenk von der Stadt. Zum ersten Kick gab‘s kultige Stadionbratwurst.

Tooor!! Dieser Ruf wird im Garten von Familie Jehn am Dorstener Hohenkamp in den nächsten Tagen häufiger erschallen, denn seit Mittwoch haben Mattis (3) und Fiete (5) ihren eigenen Fußballplatz im Garten. Zur Eröffnung kickten sie nicht nur mit ihren Freunden aus der Nachbarschaft, sondern auch mit Bürgermeister Tobias Stockhoff und Dorstens Sportkoordinator Michael Maiß.

Zuvor hatten die Kinder gemeinsam mit dem Bürgermeister mit Flüssigkreide die letzten Linien für ihr Spielfeld gezogen. Als vor beiden Toren auch der Strafraum markiert war, stand einem kleinen Kick nichts im Wege. Schon nach wenigen Sekunden fiel das erste Tor, und die Kinder hatten Grund zum Jubeln.

Form und Maße müssen nicht perfekt sein

Carina und Andreas Jehn hatten bei der Aktion „Wir bringen den Bolzplatz nach Hause“ mitgemacht und wie vier weitere Dorstener Familien mit ihrer Bewerbung überzeugt. Der Stadt ging es bei der Aktion ganz bewusst nicht um perfekte Fußballplätze mit klassischen Maßen, sondern um Unikate, die echte Heimspiele ermöglichen und bei denen womöglich auch um Spielgeräte und Bäume herumgespielt werden muss.

Familie Jehn hat hinterm Haus reichlich Platz für die Fußballbegeisterung des Nachwuchses, die bisher nur der kleine Jonte (1) nicht teilt. Er schaute dem Treiben zwischen den Toren, die die Stadt ebenso wie den Spielball spendiert hat, vom Arm der Eltern aus eher skeptisch zu.

Aktion Heimspiel bei Familie Jehn am Hohenkamp
Bürgermeister Tobias Stockhoff erklärte den Kindern, was noch zu tun sei. Danach markierten sie gemeinsam die Strafräume. © Petra Berkenbusch © Petra Berkenbusch

Hendrik Brüggemann, Platzwart vom SV Rot-Weiß Deuten, wird mit der schweren Flüssigkreidemaschine nach und nach alle fünf Garten-Sportplätze abzeichnen. Rund eine Woche, so der Experte, wird der Sportplatz auf der Wiese zu sehen sein – ein Kurzzeit-Bolzplatz also. Bei Familie Jehn darf auch danach noch Fußball gespielt werden. Papa Andreas: „Bei uns ist der Rasen eh eine Wiese, die muss das abkönnen.“

Ein Dank der Stadt an die Kinder für ihre Corona-Disziplin

Die Stadt will mit der Heimspiel-Idee den Kindern etwas zurückgeben: „Es sind vor allem Kinder und Jugendliche, die in Zeiten des Lockdowns sehr darunter gelitten haben, dass sie sich nicht in gewohnter Form mit ihren Freunden treffen oder ihrem Sport nachgehen konnten. Wenn wir den Kindern und Jugendlichen mit dieser sicher außergewöhnlichen Aktion eine Freunde machen können, machen wir das sehr gerne“, sagte Tobias Stockhoff.

Familie Jehn hatte ihrerseits ein besonderes, fußballtypisches Dankeschön vorbereitet: Es gab die berühmte Stadion-Bratwurst aus Bochum, „Die Echte“ von Dönninghaus, und Fiege-Pils, das ebenfalls beim VfL ausgeschenkt wird.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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