Sterben gehört zum Leben

10 Jahre Hospizdienst

DORSTEN Mit einer riesigen Schar fröhlicher Gäste und einem munteren Programm feierte der Ambulante Hospizdienst am Samstag sein zehnjähriges Bestehen in Dorsten.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 15.11.2009, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ursula Ansorge begrüßt Lambert Lütkenhorst und Pfarrer Hans Overkämping.

Ursula Ansorge begrüßt Lambert Lütkenhorst und Pfarrer Hans Overkämping.

Während im Erdgeschoss des Alten Rathauses die Losgewinner ihre attraktiven Tombola-Preise abholten, bedienten sich treppauf die Besucher am leckeren Frühstücksbuffet, um Brötchen, Kaffee und Kuchen in geselliger Runde zu verspeisen.

"Das Sterben gehört zum Leben", betonte Bürgermeister Lütkenhorst, der auch als Vorstandsmitglied des Hospiz-Freundeskreises ein Grußwort zum Geburtstag sprach. Er bedankte sich bei allen, die die Hospizarbeit in Dorsten unterstützen, ganz besonders aber bei Malteserin Ursula Ansorge, die vor zehn Jahren die Idee in die Tat umsetzte: "Ohne sie und die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer würden wir heute nicht über Menschlichkeit in der letzten Phase des Lebens reden können", freut sich Lütkenhorst über die positive Entwicklung des Hospizdienstes, der bis heute mit vielen fruchtbaren Kooperationen ein umfassendes palliatives Netz in Dorsten geflochten habe. Einen "Wermutstropfen" ließ er allerdings nicht unerwähnt: "Es ist ein Skandal, dass in Deutschland die Palliativmedizin nicht ausreichend finanziert wird", prangert Lütkenhorst an.

Die Gründung, die Expansion durch neue Bereiche und einzelne Etappen der Entwicklung bis hin zur Etablierung der palliativen Spes-Viva-Station im letzten Jahr ließ die Vorsitzende Ursula Ansorge in ihrer schlaglichtartigen Rückschau noch einmal Revue passieren. "Ich bin stolz auf die große Schar der Helferinnen und Helfer, die dafür Sorge tragen, dass das komplizierte Räderwerk der christlichen Welt erhalten bleibt", nutzte sie die Gunst der Feierstunde zu einem herzlichen Dankeschön.

Laut und hörbar war auch das Danke, das Gastredner Pfarrer Hans Overkämping an die "Hospizler" richtete: "Ich bin stolz auf Dorsten, dass hier die Anfangsidee in eine so wirkungsvolle Struktur gebracht worden ist", lobte der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativerbandes NRW. Man solle jede Gelegenheit nutzen zu feiern, denn dadurch sage man Ja zum Leben und dass Sterben zum Leben gehört: "Denn das ist das Einzige, was uns verbindet: Wir sind alle Sterbende."

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