Streaming-Dienst ohne Filme: Dorstener sollte 395 Euro bezahlen

mlzDubioser Streaming-Dienst

Auf der Suche nach einem Streaming-Dienst geriet ein Familienvater aus Dorsten in eine Abo-Falle. Das merkte er aber erst, als ihm massiv gedroht wurde.

Dorsten

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Familienvater aus Dorsten, der namentlich nicht genannt werden möchte, hatte für sich und seine Familie nach einem Dienst gesucht, der ältere Filme anbietet. „Bei seiner Suche im Netz wurde er weitergeleitet auf die Seite streamafa und meldete sich mit seiner Adresse und Telefonnummer an“, beschreibt Ruth Pettenpohl von der Verbraucherzentrale in Dorsten den Fall. „Nach der Anmeldung konnte er die angebotenen Filme aber gar nicht streamen und schloss die Seite am PC und in seinem Kopf.“

Streaming-Dienst forderte 395 Euro für Premium-Status

Der Ärger begann für den Dorstener einige Tage später. Nach einer Woche erhielt er einen Anruf und eine Mahnung per E-Mail. Er müsse jetzt 395,88 Euro zahlen, weil die fünftägige Testphase vorüber sei. Der Dorstener war ohne eigenes Zutun für ein Jahr „im Premium-Status“ - für schlappe 32,99 Euro pro Monat.

Der vermeintliche Streaming-Dienst unterstrich die Dringlichkeit der Bezahlung mit einem angehängten Youtube-Video. Die unmissverständliche Drohung: Es handelt sich um einen rechtsgültigen Vertrag. Davon berichten im Internet auch viele andere Menschen, die in die gleiche Abo-Falle wie der Dorstener getappt sind. Die Verbraucherzentrale ist sich sicher: Die Menschen sollen abgezockt werden.

Verbraucherschützende Angaben fehlen oft

„Nicht auf allen betroffenen Webseiten und nicht zu jedem Zeitpunkt sind verbraucherschützende Angaben wie Kosten des Abonnements, die automatische Verlängerung oder ein Kostenpflichtig-registrieren-Button vorhanden“, heißt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale. „Dies ist offenbar Teil der Strategie der Betreiber.“

Bei einem seriösen Angebot erhalten Interessenten zudem eine Vertragsbestätigung mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu den geltenden Konditionen per E-Mail. Und sie können auf die Inhalte des Streaming-Dienstes sofort zugreifen. „Bei Streamafa oder vielen anderen Anbietern sind aber offensichtlich gar keine Filme oder Serien zum Abruf vorhanden.“

Die Verbraucherzentrale empfiehlt:

  • Wenn Sie eine Rechnung erhalten haben und keine Leistung erbracht wurde, müssen Sie die Rechnung über ein vermeintliches Jahresabonnement keinesfalls zahlen.
  • Lassen Sie sich auch durch aggressive Zahlungsaufforderungen nicht einschüchtern.
  • Stellen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei.

Noch ein Tipp: Um gar nicht erst auf Angebote dubioser Streaming-Dienste hereinzufallen, ist es sinnvoll, den Namen der Streaming-Website in eine Suchmaschine einzugeben - bevor persönliche Daten eingegeben werden.

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