Der Asphaltweg rund um den Blauen See ist an vielen Stellen großflächig aufgeplatzt und nach Angaben von Benutzern zur „Stolperstrecke“ geworden. © Michael Klein
Gefahrenstellen

Sturzgefahr: Beliebter See-Rundweg in Dorsten wird zur Stolperfalle

Er ist eine der beliebtesten Strecken für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer in Dorsten. Doch der Asphaltweg rund um den Blauen See wird immer maroder - mit schmerzhaften Folgen.

Die Asphaltschicht ist an vielen Stellen großflächig aufgeplatzt, eine Menge kleiner Schlaglöcher sind auf der Wegstrecke zu sehen und am abschüssigen Zugang zur Aussichtsplattform am Wasser-Zulauf türmen sich tückische Steinplatten auf. „Nicht nur für alte Leute mit Rollator ist das gefährlich, auch ich bin hier schon gestolpert“, sagte Marcus Rehagel.

Ihm ist dabei zwar „glücklicherweise noch nichts Schlimmes passiert“. Aber: „Ich habe schon zweimal gesehen, wie Menschen hier auf dem Weg rund um den Blauen See gestürzt sind“, sagt der Anwohner des benachbarten Marienviertels, der hier fast täglich mit dem Rad auf seiner „Pendelstrecke“ unterwegs ist. „Auch kleine Kinder kommen hier ins Straucheln.“

Der Veranstaltungsmanager aus Dorsten hat kürzlich in einer Dorstener Facebook-Gruppe auf die „Stolperfallen“ am Blauen See in Holsterhausen aufmerksam gemacht. Aber schon zwei Wochen zuvor hatten in sozialen Netzwerken Bürger vor der Gefahrenstelle gewarnt und von schmerzhaften Stürzen berichtet.

Beliebte Strecke

Immerhin ist der Rundkurs um den 15 Hektar großen und künstlich angelegten See mit seinem alten Baumbestand und den vielen Ausblicken auf das Wasser in Dorsten eine der beliebtesten Strecken für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer.

Marcus Rehagel, Anwohner des benachbarten Marienviertels, weist auf die vielen Schlaglöcher hin, die schon zu Stürzen von alten Menschen geführt haben.
Marcus Rehagel, Anwohner des benachbarten Marienviertels, weist auf die vielen Schlaglöcher hin, die schon zu Stürzen von alten Menschen geführt haben. © Michael Klein © Michael Klein

Ganz besonders schlimm sei die Situation auf dem Streckenabschnitt Höhe Restaurant „Zum Blauen See“ parallel zur Luisenstraße und auch in der Kurve zum Söltener Landweg bis hin zur Borkener Straße. Vor einem Jahr hatte Marcus Rehagel beobachtet, wie dort Bauarbeiter ein paar „hohe Huckel“ abgefräst hätten: „Das war aber nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Nur entlang des Lippeverband-Pumpwerks parallel zum Hammbach sei der Weg „hundert Prozent in Ordnung“, sagt der Dorstener. Während dieser Abschnitt im Eigentum der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerke (RWW) ist, ist der größte Teil des Rundkurses im Besitz der Stadt Dorsten. „Ich habe den Bürgermeister schon auf die defekten Stellen aufmerksam gemacht. Eine neue Asphaltschicht dürfte doch kein großes Problem sein.“

„Immer wieder mal Thema“

Wie die Stadt auf Anfrage mitteilt, sei der Zustand des Weges in den letzten zwei Jahren immer wieder ein Thema gewesen – „ohne dass bislang eine dauerhafte Lösung in greifbare Nähe gekommen wäre“, so deren Pressesprecher Ludger Böhne. Die Stadt beschränke sich darum derzeit „auf die rechtlich vorgeschriebene Beseitigung von Unfallgefahren“.

Blick auf den Blauen See in Holsterhausen.
Blick auf den Blauen See in Holsterhausen © Privat © Privat

Da der Weg auch an etlichen Stellen durch Baumwurzeln hochgedrückt wird, sei eine „grundsätzliche Höherlegung des Weges sinnvoll“, so Böhne: „Dadurch würde zugleich die Einsicht auf den See verbessert.“ Der finanzielle Aufwand sei allerdings erheblich. Die Kosten seien vom Tiefbauamt der Stadt „über den ganz dicken Daumen“ auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt worden.

„Unter Beachtung der Finanzlage der Stadt sowie im Vergleich zu anderen Straßen- und Wegeverbindungen ist eine solche Investition nicht zu rechtfertigen, da im Abstand von nur wenigen Metern die zu den Straßen gehörenden Fußwege am Söltener Landweg sowie an der Luisenstraße zur Verfügung stehen“, erklärt Böhne. Der Stadt sei aber zugleich bewusst, dass der Rundweg um den Blauen See „als Freizeitstrecke beliebt ist und durchaus ein Aushängeschild werden könnte“.

Der Rundweg um den Blauen See ist in einigen Internet-Freizeitportalen Teil von größeren Wander- und Laufstrecken. © Karte: www.outdooractive.com © Karte: www.outdooractive.com

Da ein solches Projekt aus Haushaltsmitteln nicht zu finanzieren sei, „sind wir seit einigen Monaten auf der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten“, so Böhne. Darüber hinaus seien Abstimmungen mit RWW (die das Gewässer als Brauchwasserspeicher nutzt) und dem angrenzenden Lippeverband (der für den Hammbach und das Pumpwerk als „Wasser-Speiser“ zuständig ist) erforderlich.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt