Tierquälerei in Dorsten: Polizei fahndet, Freunde der Familie helfen

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Auch Tage nach der bestialischen Tierquälerei in Dorsten ist die Betroffenheit groß. Die Polizei geht jedem Hinweis nach, Freunde der Familie haben ein „Belohnungskonto“ eingerichtet.

Dorsten

, 30.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kleine Weide an der Borkener Straße ist verwaist. Nachdem Bahila, die 26-jährige Stute von Familie Büning, vor wenigen Tagen auf bestialische Art getötet wurde, sind zwei andere Tiere in Sicherheit gebracht worden.

Willi, der Hengst, und Lotti, das elf Jahre alte Hängebauchschwein, werden in speziellen Einrichtungen versorgt. Peter Büning und seine Frau hatten angekündigt, die Tierhaltung nach fast 20 Jahren aufgeben zu wollen.

Noch kein entscheidender Hinweis

Die Polizei fahndet derweil mit Hochdruck nach den Tätern. „Einige Hinweise haben wir bekommen“, bestätigte Pressesprecher Andreas Lesch am Mittwoch, „aber der große Wurf war noch nicht dabei.“ Wahrscheinlich waren es mehrere Täter, die in der Nacht zum vergangenen Samstag (26. September) auf die Weide geschlichen sind, die Stute gequält und schließlich unfassbar brutal getötet hatten.

  • Hinweise erbittet die Polizei weiterhin unter Tel. (0800) 2361 111.

Die näheren Umstände des Todes werden in diesen Tagen untersucht. „Das Pferd ist zur Sektion nach Münster gebracht worden“, sagte Andreas Lesch, „mit Ergebnissen rechnen wir nicht mehr in dieser Woche.“ Fachleute gehen davon aus, dass Bahila vor ihrem qualvollen Tod betäubt wurde, sonst hätte sie wahrscheinlich Reißaus genommen.

Freunde wollen die Belohnung aufstocken

Freunde der Familie haben ein Konto eröffnet, um die ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise aufzustocken. Verena van Fülpen und Thomas Weidlich hoffen, wie viele Menschen in Dorsten, dass die Tierquäler gefasst werden. „Vielleicht bietet das Geld ja Anreiz, Beobachtungen mitzuteilen oder die Täter zu identifizieren“, hofft Verena van Fülpen.

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Die Dorstenerin versichert, dass jederzeit Einblick gewährt wird, was mit dem Geld geschieht. „Da sind wir ganz transparent.“ Sollten binnen eines halben Jahres keine entscheidenden Hinweise eingegangen sein, werde das Geld auf die beiden Einrichtungen verteilt, die sich um Willi und Lotti kümmern.

Der ehemaliger Jagdpächter des Barloer Buschs, Michael Steentjes, hatte zu Wochenbeginn 500 Euro in Aussicht gestellt für Hinweise. Eine Frau aus Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt), die namentlich nicht genannt werden möchte, will sogar 1000 Euro beisteuern. Sie hatte den Online-Bericht dieser Zeitung gelesen und war tief betroffen.

Ein Ehepaar aus Recklinghausen, das selbst einige Pferde hat, kündigte am Mittwochnachmittag eine Überweisung von 3000 Euro an.

Auf dieses Konto kann die Belohnung eingezahlt werden: IBAN DE12 426 501 50 1000 5576. Eine Spendenquittung gibt es nicht. Fragen und Hinweise nimmt Verena van Fülpen per E-Mail entgegen: v.v.fuelpen@gmail.com
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