Im Januar 2020 hatte Steinbildhauer Rainer Kuehn im Auftrag der Stadt die Originalplatten des Tisa-Brunnens abmontiert und gesichert. © Stadt Dorsten
Tisa-Brunnen

Tisa-Brunnen: Neuer Standort für Original-Reliefs ist gefunden

Auf dem Agatha-Kirchplatz in Dorsten soll ein Nachbau des Tisa-Brunnens entstehen. Die Stadt macht der Politik nun einen Vorschlag, wo die Original-Reliefplatten einen Platz finden sollen.

Im Januar 2020 waren die Reliefplatten des Tisa-Brunnens in der Innenstadt demontiert worden. Während der Erneuerung des Marktplatzes wurden sie gesichert, um jedes Baustellen-Risiko auszuschließen. Weil der Brunnen marode war, wurde er schließlich ganz abgebaut. Nach langen Diskussionen beschloss der Rat der Stadt schließlich, einen Nachbau des Brunnens auf dem St. Agatha-Kirchplatz zu errichten.

Im November wird die Stadt dem Rat einen Vorschlag unterbreiten, was mit den Original-Platten, auf denen die Künstlerin und Dorstener Ehrenbürgerin Schwester Paula (Tisa von der Schulenburg) seinerzeit in Wort und Bild die Dorstener Stadtgeschichte festgehalten hatte, geschehen soll.

„Sie sollen in die Obhut der Tisa-Stiftung übergeben werden und im Tisa-Archiv auf dem Zechengelände verbleiben“, erklärte Stadtpressesprecher Ludger Böhne auf Anfrage. Damit folgt die Verwaltung der Empfehlung einer Bürgerrunde, die sich mit der Zukunft der Original-Reliefplatten beschäftigt hatte.

Teil der Dorstener Stadtgeschichte

Um eine „Doppelung“ zu vermeiden, hatte diese Gruppe nach Angaben der Stadt für den Fall eines Brunnen-Nachbaus keine Empfehlung mehr für eine besondere Präsentation oder Ausstellung der Originale im öffentlichen Raum gegeben. Im Sommer 2020 hatte der Rat der Stadt noch den Beschluss gefasst, dass die Originalplatten „in angemessener Weise der Öffentlichkeit als lesbare und mahnende Stadtgeschichte zugänglich gemacht werden“ sollen.

Die längst verstorbene Künstlerin Tisa und ihr Brunnen, der früher im Winter bepflanzt wurde.
Die längst verstorbene Künstlerin Tisa und ihr Brunnen, der früher im Winter bepflanzt wurde. © Privat © Privat

Zu sehen sein dürften die Original-Reliefs irgendwann aber dennoch weiterhin. „Wir würden die Platten zunächst registrieren und einlagern“, erklärt Lambert Lütkenhorst, Vorsitzender der Tisa-Stiftung, die das neue Tisa-Archiv in einem RAG-Gebäude an der Fürst-Leopold-Allee in Betrieb genommen hatte. „Aber uns dann Gedanken machen, wie wir die Reliefs präsentieren und zeitweilig öffentlich zugänglich machen.“

Zwei Platten schon gezeigt

Bereits bei der internen Einweihung des Gebäudes durch die Ruhrkohle AG seien zwei der Platten ausgestellt worden, sagt Lütkenhorst, der sich sehr darüber freut, dass die Kunstwerke der Stiftung dauerhaft zur Verfügung gestellt werden sollen.

Derzeit befinden sich die Reliefs bei der Firma Voßbeck-Elsebusch, die die Abgüsse für den neuen Brunnen herstellt. An der Finanzierung des Nachbaus beteiligen sich auch die Altstadtschützen.

Deren Oberst Hendrik Schulze-Oechtering macht als CDU-Ratsmitglied unterdessen einen weiteren Vorschlag: Die Original-Reliefplatten könnten einen Platz im neuen Rathaus-Anbau bekommen, der in den nächsten Jahren am Gemeindedreieck gebaut werden soll. „Dort wären sie ein Brückenschlag zum alten Amt Hervest-Dorsten und würden so das Zusammenwachsen der Stadt Dorsten symbolisieren“, sagt er.

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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