Todesangst, aber niemand wollte helfen

Notfall

DORSTEN Einen Vorwurf macht Heinz-Dirk Roeger niemandem. Aber: "Es hätte doch mal einer sagen können: Komm Junge, ich helfe Dir", denkt der 44-Jährige an die schlimme Nacht zurück. "Ich hatte echte Todesangst", sagt der Dorstener, der an der chronischen Lungenkrankheit COPD leidet.

von Von Michael Klein

, 12.10.2009, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heinz-Dirk Roeger hat eine seltene Lungenkrankheit und deswegen mit Luftnot zu kämpfen.

Heinz-Dirk Roeger hat eine seltene Lungenkrankheit und deswegen mit Luftnot zu kämpfen.

Diese geht mit extremer Luftnot einher. Dem Dorstener passierte es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Gegen 2 Uhr erwachte er. "Ich bekam keine Luft mehr", erzählt der 44-jährige. Sein Nasenspray, das ihm in solchen Momenten hilft, war nahezu leer. "Wie aber sollte ich um diese Zeit Nachschub bekommen?"."Ich sollte ein Taxi bestellen"

In seiner Panik rief er zunächst die Polizei an, die verwies an die Feuerwehr. Der Dorstener fragte bei der Leitstelle an, ob ihm nicht ein Rettungsteam das Medikament vorbei bringen könne. "Ich solle ein Taxi bestellen, gab man mir zur Antwort." Das eine Taxi-Unternehmen, das er in seiner Not anrief, war ausgebucht, das zweite sagte, man könne ihm nicht helfen.

Im Internet machte Heinz-Dirk Roeger die Dienst habende Notfall-Apotheke aus. Die hatte das Spray zwar auf Lager, konnte es aber nicht persönlich ausliefern. "Und selbst Auto fahren konnte ich in meinem Zustand überhaupt nicht mehr", erzählt der Dorstener. Glücklicherweise fand er in seiner Medikamenten-Kiste doch noch das Spray einer anderen Marke, das ihm half, die Nacht einigermaßen zu überstehen.

Um 8 Uhr dann rief er eine Apotheke am Südwall an, die ihm endlich das nötige Medikament per Taxi vorbeischickte. "Das teuerste Nasenspray meines Lebens", so Heinz-Dirk Roeger. Er weiß: "Ich hätte mich rechtzeitig kümmern müssen, dass es zu nicht einem solchen Notfall kommt, aber jeder Mensch macht mal Fehler."

Er hätte sich sicherlich auch per Rettungswagen ins Krankenhaus bringen lassen, doch daran hat der 233 Kilo-Mann schlechte Erinnerungen: "Vor drei Monaten bin ich mal umgefallen, da musste ein Spezialwagen kommen und mich nach Marl bringen, weil ich so dick bin."

Heinz-Dirk Roeger wollte in der Nacht zu Freitag aber für keinen großen Aufwand sorgen. Er wollte nur, dass ihm jemand sein Nasenspray vorbeibringt, damit er nicht erstickt.

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