Tödlicher Autobahnunfall - Geldstrafe für Dorstener

Fahrer hatte Tempo des Bikers unterschätzt

Mit Tempo 200 in den Tod: Mehr als ein Jahr nach dem dramatischen Unfalltod eines Motorradfahrers in Höhe des Autobahnkreuzes Recklinghausen ist ein mitverantwortlicher Autofahrer (57) aus Dorsten am Dienstag am Amtsgericht Recklinghausen zu einer Geldstrafe von 4050 Euro verurteilt worden.

Dorsten

11.11.2014, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie es hieß, ließ sich seine Geschwindigkeit im Nachhinein auf den Tempo-Bereich „199 bis 216 Kilometer pro Stunde“ rekonstruieren. Erlaubt sind an dieser Stelle 120 km/h. Als in Höhe des Autobahnkreuzes Recklinghausen der Dorstener mit seinem Pkw ebenfalls auf die Überholspur ausscherte, nahm das Unglück seinen Lauf. Das Auto und das von hinten heran rauschende Motorrad kollidierten und schleuderten gegen einen auf dem rechten Fahrstreifen fahrenden Pkw mit zwei Insassen. Die Maschine des Bikers soll nach der heftigen Kollision unfassbare 400 Meter über den Asphalt geschlittert sein. Ein Rettungshubschrauber landete später auf der Fahrbahn. Für den Motorradfahrer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der 43-Jährige konnte zwar kurzzeitig wieder belebt werden. Er verstarb aber noch auf dem Weg in die Klinik. Der Fahrer aus Dorsten kam mit dem Schrecken davon. Auch die zwei Insassen des anderen Crash-Autos erlitten zum Glück keine schweren Verletzungen.

Als der Prozess aufgerufen wurde, blieben die Plätze auf der Anklagebank leer. Weder der Autofahrer noch sein Anwalt waren erschienen. Dazu muss man aber wissen: Zwischen der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und dem Gericht war das im Vorfeld genau so abgesprochen worden. Die Geldstrafe (90 Tagessätze) wurde per Strafbefehl verhängt. Der Dorstener hat offenbar signalisiert, dass er die Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung gegen sich gelten lassen wird. Er hatte offensichtlich die massive Geschwindigkeit des Motorrads unterschätzt.

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