Die Ladenzeile am Wulfener Markt soll abgerissen werden. © Guido Bludau
Wulfener Markt

Totalabriss: Letztes Stündchen für Wulfener Markt hat bald geschlagen

Früher waren hier Geschäfte und Wohnungen, schon länger steht der Riesenkomplex „Wulfener Markt“ in Dorsten leer. Bald wird das Gebäude dem Erdboden gleich gemacht: Viel Platz für Neues.

Die Tage des maroden und leer stehenden Wulfener Marktes sind gezählt. Der Dorstener Umwelt- und Planungsausschuss machte am Dienstag im Gemeinschaftshaus Wulfen den Weg frei für eine grundlegende Neu-Entwicklung auf dem Gelände.

Mit großer Mehrheit stimmte die Politik dafür, die aus den 1970er-Jahren stammende Immobilie, in der sich jahrzehntelang im Erdgeschoss Geschäfte und in den Obergeschossen Wohnungen befanden, komplett abzureißen.

Grüne gegen Totalabriss

Lediglich die drei Vertreter der Grünen stimmten im Ausschuss gegen die Pläne, die AfD enthielt sich. Die Grünen regten an, sich „über einen Teilabriss Gedanken zu machen.“ Zudem hatten sie vor der Sitzung einen Fragenkatalog vorgelegt, der auch die Forderung nach einer Gesamtkostenbetrachtung beinhaltete.

„Es sind alle Zahlen und Fakten sehr intensiv besprochen worden“, kommentierte die CDU das Ansinnen. Auch Stadtbaurat Holger Lohse war der Ansicht, im Vorfeld sei in den bisherigen Diskussionen „ausreichend Stellung genommen worden.“ Die SPD erklärte: „Wir müssen den Knoten jetzt durchschlagen.“

Rahmenplanung wird berücksichtigt

Die im Spätsommer vorab von der Entwicklungsgesellschaft Wulfen (EW) als Grundstückseigentümerin als Auftrag an den Architekten Hannes Schmidt-Domagalla vergebene Rahmenplanung soll im weiteren Verfahren berücksichtigt werden.

Der Eingangsbereich vom Wulfener Markt.
Der Eingangsbereich vom Wulfener Markt © Frederik Mordhorst (A) © Frederik Mordhorst (A)

Vorgesehen ist für die „Neue Mitte“ in Wulfen aber ein Investoren – und Architektenwettbewerb, „um eine breitere Auswahl an Umsetzungsalternativen sowie eine hohe Gestalt- und Nutzungsqualität zu generieren“, wie es in dem Beschlussvorschlag der Verwaltung hieß.

Kein sozialer Wohnungsbau

Auf der Fläche sollen auch Wohnhäuser entstehen, allerdings kein geförderter Wohnungsbau (Sozialer Wohnungsbau), das habe das Land klar gestellt. In Barkenberg gibt es zudem einen Überhang an öffentlich geförderten Wohnungen.

Inzwischen hat die EW (an der neben der Stadt auch die Sparkasse Vest Anteilseigner ist) die Immobilie zwischen PEP-Einkaufspark und ehemaligem Globus-Markt von der Stadt notariell erworben, offiziell wird der Besitzübergang am 1. April 2021. Die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit ein Beteiligungskonzept für die Öffentlichkeit. Diese soll im April gestartet werden.

Förderantrag bis zum 30. April

Zu den nächsten Schritten gehört auch, dass die Stadt an das Land einen Antrag für das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW“ stellen wird, um sich die Abrisskosten in Höhe von mehren hunderttausend Euro fördern zu lassen.

Bis zum 30. April muss dies geschehen. Im erwarteten Fall einer Zuwendung aus dem Ministerium wird der Zuschuss an die Entwicklungsgesellschaft Wulfen weitergeleitet, die den Abriss dann in Auftrag geben wird.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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