Tragischer Unfall auf einer Kreuzung nimmt ein spätes tödliches Ende

mlzGerichtsprozess

Auf einer Kreuzung in Dorsten, deren Ampelanlage ausgefallen war, wird ein 16-jähriger Kradfahrer angefahren und verstirbt an den Folgen des Unfalls. Jetzt kam es deshalb erneut zum Prozess.

Dorsten

, 10.06.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eh schon ein tragischer Unfall - und dann nahm er später in der Klinik auch noch einen höchst leidvollen Verlauf. „Eine Verkettung unglücklicher Umstände, an deren Ende ein junger Mensch sein Leben verlor“, so bezeichnete Strafrichterin Lisa Hinkers am Mittwoch das Geschehen, das sich im Februar 2018 auf der Kreuzung Auf der Bovenhorst /Gladbecker Straße in Dorsten ereignete.

Mit dem Firmenwagen unterwegs

„Eine Ecke, an der man besonders aufpassen muss“, sagte sie in ihrer Urteilsbegründung. Doch das hatte der Angeklagte, ein 34-jähriger Dorstener, damals nicht getan. Nach seinen eigenen Angaben war er in Eile, als er von der Straße „Auf der Bovenhorst“ kommend die Kreuzung mit seinem Firmenwagen überqueren wollte.

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Die Ampel dort war an jenem Tage ausgefallen, ein Blinklicht wies die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahrenquelle hin. Der 34-Jährige war der Meinung, die Straße sei frei. Statt am Stoppschild anzuhalten, beschleunigte er seinen Wagen in der 30 km/h-Zone trotz der tief stehenden Sonne auf Tempo 50.

Auf der Kreuzung kollidierte er mit einem vorfahrtberechtigten 16-jährigen Kradfahrer, der mit erlaubter Geschwindigkeit aus Richtung Gladbecker Straße in Richtung Innenstadt unterwegs war.

Auf die Mittelinsel geschleift

Der Jugendliche stürzte, wurde von dem Wagen auf eine Mittelinsel geschleift. Ein zufällig vorbeikommender DRK-Mitarbeiter versorgte das Unfallopfer, das anschließend mit schweren Verletzungen ins Dorstener Krankenhaus gebracht wurde. „Ein paar Tage später wurde uns gesagt, dass keine Lebensgefahr bestehen würde“, sagte ein Polizist im Gerichtssaal aus.

Nach zwei Wochen für tot erklärt

Doch dann verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Jungen dramatisch. Zwei Wochen nach dem Unfall wurde er von behandelnden Ärzten für tot erklärt.

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Auf Antrag des Verteidigers waren anschließend die Unterlagen von beteiligten Medizinern per Beschlagnahmungsbeschluss zu den Akten genommen worden. Zu der Verhandlung waren die Ärzte erst gar nicht geladen worden. „Es hat keinen Behandlungsfehler gegeben“, erklärten nämlich sowohl der Anwalt als auch Richterin Lisa Hinkers während der Verhandlung.

Zehn Monate zur Bewährung

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Autofahrer zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung verurteilt. Zudem muss er 1000 Euro Geldstrafe zahlen. Seinen Führerschein darf er behalten.

Der Unfallfahrer wurde damals selbst mehrfach von Ärzten krank geschrieben, weil er psychisch unter den Geschehnissen litt. Auch am Mittwoch betonte er mehrfach, wie leid ihm sein Fehler tue.

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