Überblick: Kirchen setzen die neuen Auflagen für Gottesdienste um

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Online-Gottesdienste waren hilfreich, aber kein Ersatz für den gemeinsamen Gottesdienst in einer Kirche. Ab dem 1. Mai können diese wieder stattfinden - unter Auflagen.

Dorsten

, 30.04.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Kirche ist das Dach der Gläubigen und soll ein Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft geben. Ohne Gottesdienste - ganz schön schwierig.

Gut, dass diese ab dem 1. Mai wieder erlaubt sind, zumindest unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Evangelische Kirche Deutschland hat ein Schutzkonzept entwickelt. „Dieses Schutzkonzept befindet sich in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut. Wenn dort das Okay gegeben wird, werden wir unsere Kirchentüren wieder öffnen und Gottesdienste anbieten“, sagt Pfarrerin Anke Leuning von der Evangelischen Kirchengemeinde Hervest-Wulfen.

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Dorsten wird am 5. Mai tagen, um die Einzelheiten zu beraten. Dann wird feststehen, ab wann, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen und in welcher Form Gottesdienste durchgeführt werden können. Das gilt auch für die Johanneskirche und die Evangelische Kirche in Altendorf-Ulfkotte.

Eigene Überlegungen über Maßnahmen

Allerdings habe man auch schon eigene Überlegungen zu den zu ergreifenden Maßnahmen angestellt. „Wir haben bereits über die Umsetzung zur Abstandsregelung nachgedacht, außerdem haben wir überlegt, auf Gesang zu verzichten, wegen der Verbreitung des Virus‘ beim Singen über Tröpfchen und Aerosole. Auch das Tragen von Masken ist eine Möglichkeit“, so Pfarrerin Leuning. Zum möglichen Gottesdienst-Start sagt sie: „Ich persönlich denke, dass es ab dem 10. Mai wieder losgehen könnte.“

Pfarrerin Anke Leuning hofft, dass es ab dem 10. Mai wieder losgeht mit den Gottesdiensten.

Pfarrerin Anke Leuning hofft, dass es ab dem 10. Mai wieder losgeht mit den Gottesdiensten. © privat

Inhaltliche Impulse bietet Pfarrer Karl-Erich Lutterbeck bis dahin weiterhin auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde unter „jokido“ an. Aktuell gibt es noch keine Planung, ab wann auch im Gemeindezentrum außer dringend notwendigen Sitzungen wieder Veranstaltungen stattfinden können.

Gottesdienste in St. Agatha

„Auf Dekanatsebene haben wir uns verständigt, dass wir erst mit dem 2. Mai wieder mit den öffentlichen Gottesdiensten beginnen. Wir beschränken diese auch auf das Wochenende. Wir tun dies unter Berücksichtigung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die vorgeschrieben sind“, sagt der leitende Pfarrer von St. Agatha, Stephan Rüdiger.

Die Pfarrer Martin Peters (St. Matthäus), Dr. Stephan Rüdiger (St. Agatha) und Alfred Voss (St. Laurentius) feierten über Ostern Video-Gottesdienste. Auch, wenn es ab Mai wieder Gottesdienste in Kirchen gibt, sollen diese erstmal beibehalten werden.

Die Pfarrer Martin Peters (St. Matthäus), Dr. Stephan Rüdiger (St. Agatha) und Alfred Voss (St. Laurentius) feierten über Ostern Video-Gottesdienste. Auch, wenn es ab Mai wieder Gottesdienste in Kirchen gibt, sollen diese erstmal beibehalten werden. © Martin Klose

Risikogruppen sollen weiterhin von Gottesdiensten ferngehalten werden. Daher werden weiterhin sonntags Online-Gottesdienste gestreamt. Das St.-Elisabeth-Krankenhaus wird sonntags keinen Gottesdienst anbieten.

Diese Maßnahmen müssen eingehalten werden:

  • Die Zahl der Mitfeiernden wird begrenzt und richtet sich nach der Größe der Kirche. Deshalb werden Besucher der Messe gebeten, früher in die Kirchen zu kommen und nur auf den markierten Plätzen Platz zu nehmen. Für Familien gibt es „Familienbänke“.
  • Eine Maskenpflicht ist gegenwärtig nicht vorgesehen.
  • Beim Betreten, Verlassen und beim Empfang der Hl. Kommunion sind die Abstandregeln (mindestens 1,50 Meter) einzuhalten.
  • In den Kirchen liegen keine Gotteslobe mehr aus, auf das gemeinsame Singen wird verzichtet.
  • Der Friedensgruß erfolgt ohne Körperkontakt.
  • Die Kommunion wird ohne Spendedialog („Der Leib Christi.“ – „Amen“) ausgeteilt.
  • Die Mundkommunion unterbleibt bis auf Weiteres.
  • Die Körbe für die Kollekte werden nicht durch die Reihen gereicht, sondern am Eingang/Ausgang aufgestellt.

In den Richtlinien des Dekanats Dorsten steht außerdem: „In den Messfeiern werden Messdiener nicht zum Einsatz kommen, da die Gaben bereits auf dem Altar bereit stehen und der Leuchterdienst beim Evangelium den Mindestabstand nicht einhalten kann.“

Anzahl Gottesdienstplätze in Kirchen in Dorsten:

Die Anzahl der Sitzplätze in den Kirchen ist begrenzt und richtet sich nach der Größe der Kirchen. Ein gemeindlicher Ordnerdienst ist beim Einhalten der Regeln behilflich.

  • St. Agatha: 61 Sitzplätze
  • St. Nikolaus: 80 Sitzplätze
  • Hl. Kreuz: 61 Sitzplätze
  • St. Marien: 100 Plätze
  • St. Josef: 110 Plätze
  • St. Paulus: 50 Plätze
  • St. Antonius: 51 Sitzplätze
  • St. Bonifatius: 26 Sitzplätze
  • St. Laurentius: 72 Sitzplätze
  • St. Urbanus: 49 Sitzplätze
  • St. Matthäus: 100 Sitzplätze
  • St. Barbara: 100 Sitzplätze
  • Herz-Jesu: 50 Sitzplätze

Gottesdienste im Franziskanerkloster

Ab Sonntag, 3. Mai, um 8.30 und um 18 Uhr finden in der Franziskanerkirche jeden Sonntag Gottesdienste statt, nicht an den Werktagen. Es können 35 Personen pro Gottesdienst teilnehmen und es sind eigene Gotteslobe mitzubringen. Die Kirche öffnet einen Eingang 20 Minuten vor Gottesdienstbeginn, danach kann - mit Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Meter - eingetreten werden.

Ein Ordnungsdienst ist behilflich und die Sitzplätze sind gekennzeichnet. Wenn 35 Personen die Kirche betreten haben, wird niemand mehr eingelassen, dafür bitten die Franziskaner um Verständnis. Beim Betreten und Verlassen der Kirche sowie zur Kommunion besteht Maskenpflicht. Wer seinen Platz eingenommen hat, kann die Maske abnehmen.

Auch beim Verlassen der Kirche soll der Mindestabstand eingehalten werden. Menschen, die Symptome einer Covid-19-Erkrankung oder auch nur Grippesymptome aufweisen, dürfen den Kirchenraum nicht betreten. Wer zu einer Risikogruppe gehört, wird auch weiterhin gebeten, die Gottesdienste daheim über die Medien mitzufeiern.

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