Umweltforderungen begleiten Richten des Erntekranzes

30.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schermbeck Rund 50 Aktive und zahlreiche Zuschauer versammelten sich am frühen Freitagabend vor der Volksbank in Schermbeck zum traditionellen Erntekranzrichten des Heimat- und Geschichtvereins sowie des Verkehrsvereins Schermbeck.

Begleitet von den Klängen der Kapelle Einklang Schermbeck, des Tambourkorps Bricht und des MGV Eintracht banden Mitglieder der Schermbecker Landjugend den Erntekranz und zogen ihn unter dem Beifall der Zuschauer am Mast empor.

Starker Appell

Hans Zelle, Vorsitzender des Heimatvereins Schermbeck, appellierte in seiner Rede an seine Zuhörer, sich in der Hektik des Alltags nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren und seine Augen und Sinne für das Wesentliche zu öffnen: Die Sicherstellung unserer Lebensgrundlagen, wozu auch das tägliche Brot gehöre. Er bat die Zuhörer, bei künftigen Einkäufen den Umweltgedanken nicht außer acht zu lassen.

Viele Mitbürger kennen die Reifezeiten in unserer Region kaum noch. Gewohnt, Obst und Gemüse das ganze Jahr über im Supermarkt kaufen zu können, macht sich kaum jemand Gedanken darüber, dass diese Erzeugnisse aus Afrika, Asien und Südamerika eingeflogen werden und damit unsere Atmosphäre durch den Luftverkehr belastet wird.

Mit dem Einkauf regionaler Erzeugnisse zur jeweiligen Jahreszeit, so führte Hans Zelle weiter aus, kann jeder einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Der Spargel im Frühjahr, die Erdbeeren im Sommer, die Äpfel im Herbst. Auf diese Erntezeiten mussten sich unsere Vorfahren einrichten und wir sollten der Umwelt zuliebe daraus lernen, forderte Zelle. Unsere Region habe eine Angebotsvielfalt zu bieten, von der man sich auch jedes Jahr beim Schermbecker Bauernmarkt überzeugen könne. Aufgrund des kurzen Sommers im April und der anschließenden regenreichen Zeit, fiel die Getreideernte mäßig und die Obsternte reichlich aus.

Energie frisst Felder

Bedauerlich sei es, feststellen zu müssen, dass die Produktionsflächen für Getreide, das der Grundversorgung der Bevölkerung dient, immer kleiner werden, weil der Anbau nicht genug Gewinn bringt. Getreideanbau zur Erzeugung alternativer Energie ist auf dem Vormarsch. Die Preissteigerungen beim Brot in diesem Jahr liegen unter anderem hier begründet.

Dank für Ernte

Neben dem Dank für die Ernte, der mit der Errichtung des Erntekranzes ausgesprochen wird, formuliert Hans Zelle abschließend noch einmal seine Bitte: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah zu haben ist. Kaufen Sie Erzeugnisse aus der Region, die Umwelt dankt es Ihnen." RP

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