Unbekannte Straßen in Neubaugebieten sorgen beim Anlieferverkehr für Probleme

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Drei Baugebiete entstehen derzeit in Dorsten. Die neuen Straßen sind nicht in Navi-Apps und Google-Maps zu finden und teils nicht mit Schildern versehen. Ein Problem für den Anlieferverkehr.

Dorsten

, 03.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans Neuhaus kommt sich langsam vor wie ein Straßennamen-Auskunftsbüro. Der Dorstener lebt im Feldmärker Wohngebiet „In der Miere“, ist von dort aus fast täglich zu Fuß zum Bahnhof unterwegs. Dabei ist er in der vergangenen Woche gleich mehrfach von verzweifelten Lkw-Fahrern angesprochen worden, die dort auf der Suche nach der Straße „Tidenwiese“ in der Gegend herumirrten.

Google Maps ohne Treffer

„Google Maps und die Navi-Apps kannten die Adresse nicht“, sagt Hans Neuhaus, „auch ich hatte vorher nichts von dem Straßennamen gehört“. Die Laster waren mit Steinen und Baumaterialien beladen, weswegen Hans Neuhaus zunächst vermutete, die Fahrer wollten das kleine Neubaugebiet an der Gladbecker Straße schräg gegenüber des Evangelischen Friedhofs ansteuern. Nicht weit gefehlt, aber dennoch verkehrt.

Kleines Neubaugebiet

Denn „Tidenwiese“, das hat Hans Neuhaus inzwischen in Erfahrung bringen können, heißt die neue Stichstraße, die das kleine Baugebiet erschließt, das gerade auf einer ehemaligen Wiese jenseits des früheren Dr.-Kohl-Parkplatzes an der Straße „Auf dem Beerenkamp“ entsteht.

Das Neubaugebiet wird von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor entwickelt. Ein Straßenschild hat die Stadt indes noch nicht aufgestellt, nicht einmal ein provisorisches. „Hier laufen deshalb immer wieder mal Fahrer von Lieferfirmen zu Fuß rein, um sich zu erkundigen, ob sie hier richtig sind“, erklärte vor Ort ein Bauarbeiter gegenüber unserer Redaktion.

Schilder sind beauftragt

„Die Straßenschilder sind beauftragt und werden unmittelbar nach Lieferung aufgestellt, sodass vor Ort die Orientierung erleichtert wird“, kündigt unterdessen Stadtpressesprecher Ludger Böhne an. Dies gilt auch für eine weitere neue Straßen in Dorsten: Die Straße „Schwickingbusch“, die in der Nachbarschaft der „Tidenwiese“ das derzeit ebenfalls entstehende Baugebiet auf dem Gelände der abgerissenen Dachpappenfabrik Dr. Kohl erschließt. Die Straße „Zum Leinpfad“, die quer über durch das in Bau befindliche Caritas-Wohngebiet auf der Hardt führt, hat indes bereits ein Schild.

Unbekannte Straßen in Neubaugebieten sorgen beim Anlieferverkehr für Probleme

Immerhin hat der Regionalverband Ruhr in seinen Online-Kartenwerken die neuen Straßen Tidenwiese und Schwickingsbusch in der Feldmark (siehe Bild) und auch „Zum Leinpfad" auf der Hardt aufgenommen. © Klein, Michael

Bis die genannten Straßen in den Internet-Karten, Navis und Map-Apps erscheinen, könnte es hingegen noch eine Zeit länger dauern. Ludger Böhne teilt auf Anfrage mit, dass die Stadt zwar nach Benennung der Straßen die Behörden, Versorgungsträger und Hersteller von amtlichen Kartenwerken entsprechend informiert habe. Aber: „Hersteller von Navigationssystemen oder anderen Kartenwerken aktualisieren ihre Dienste jeweils nach eigenen Regeln auf Grundlage dieser amtlichen Kartenwerke“, so Böhne: „Wann dies geschieht, darauf hat die Stadt Dorsten keinen Einfluss.“

Anbieter informieren

Privatpersonen, Firmen und so weiter können aber auch von sich aus die gängigen Anbieter von Internet-Karten und Apps über neue Straßen informieren, wie unsere Recherchen ergaben. Sowohl auf den Internet-Seiten von Google Maps, TomTom, Garmin, Bing, Here oder OpenStreetMap gibt es Hinweise, wie man dabei vorgehen muss. Meist dauert es nach Angaben der Unternehmen aber ein paar Monate, bis die Daten eingepflegt sind.

Übrigens sind aufgrund der Hinweise der Stadt die Straßen Tidenwiese, Schwickungsbusch und „Zum Leinpfad“ immerhin schon im vom Regionalverband Ruhr (RVR) erstellten Stadtplan, der auch im Geoinformations-Portal der städtischen Homepage zu finden ist, bereits eingetragen. Taxifahrer, Postboten und Bürger, die von herumirrenden Lkw-Fahrern um Auskunft gefragt werden, können sich so schon mal über die neuen Adressen informieren.

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