Unerwartetes Störfeuer gegen Sekundarschule

Erster Elterninformationsabend

Beim ersten Elterninformationsabend zur Sekundarschule am Dienstagabend im Treffpunkt Altstadt kam es zum Eklat. Neben etwa 20 interessierten Eltern war auch eine Reihe von pensionierten oder noch tätigen Hauptschullehrern anwesend, die in der Diskussion deutlich machten, dass sie der Sekundarschule keine Chance geben. „Davon sind die Eltern nicht zu überzeugen“, sagte ein Sprecher.

Dorsten

, 07.09.2017, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße mit der Erich-Klausener Realschule und der Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule. Die Fassade wurde 2011 saniert. In dieses Gebäude soll die Sekundarschule ziehen, die Realschule läuft darin aus. Die Hauptschule soll umgesiedelt werden. Wohin, das hängt von weiteren Schulstandortentscheidungen ab.

Das Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße mit der Erich-Klausener Realschule und der Dietrich-Bonhoeffer-Hauptschule. Die Fassade wurde 2011 saniert. In dieses Gebäude soll die Sekundarschule ziehen, die Realschule läuft darin aus. Die Hauptschule soll umgesiedelt werden. Wohin, das hängt von weiteren Schulstandortentscheidungen ab.

Diese und andere Aussagen von Pädagogen, die die Einladung zum Elterninformationsabend für ihre Zwecke nutzten, irritierte informationshungrige Eltern so weit, dass eine Mutter am Ende der Veranstaltung fragte, ob sie über Inhalte des Abends im Vorfeld richtig informiert gewesen sei. Eine andere Mutter sagte öffentlich: „Ich würde mein Kind sehr gerne zu dieser Schule schicken, habe aber die Sorge, dass es von Lehrern, die hier sitzen, unterrichtet wird.“ Das Podium mit Schuldezernent Lars Ehm, mit den Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises Sekundarschule und Lehrerinnen Daniela Kasche und Susanne Bender versuchte zu beschwichtigen. Denn: „An diesem Abend stehen die Fragen der Eltern zu der neuen Schulform im Mittelpunkt“, lenkte Lars Ehm das Augenmerk auf den Hauptzweck der Veranstaltung.

Neue Schule wird Unesco-Schule

Unesco-Schule soll die „Neue Schule“ werden, eine teamorientierte Lernstätte für Kinder und Lehrer, die von den Klassen 5 bis 10 mit neuen Unterrichtsmethoden und modernen Lernangeboten alle Schüler mit unterschiedlichen Begabungen mitnehmen soll. „Als einzige Sekundarschule im Umkreis haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit Gymnasium, Gesamtschule und Berufskolleg, um den weiteren Werdegang der Kinder nach Klasse 10, entweder bis zum Abitur, Fachabitur oder einer Qualifizierungsmaßnahme, sicherstellen zu können.“

Ein weiteres Plus

Ein weiteres Plus der „Neuen Schule“ sei zudem die hervorragende Ausstattung, hieß es vom Podium. „Sie wird, das hat der Rat der Stadt uns aufgetragen, mit allen modernen Mitteln eingerichtet werden“, sagte Susanne Bender. Dazu zählen 80 Quadratmeter große Klassenräume, eine umfassende digitale Ausstattung sowie Lernstationen mit Computern. Zwei Millionen Euro fließen der Neuen Schule zu. Das weckt Neid. Eine Mutter sagte: „Im Gymnasium Petrinum fehlt es an vielen Dingen, warum bekommt die Sekundarschule so viel Geld zu ihrem Start?“

Motivierte Lehrer kommen

Werner Springer, der im Arbeitskreis Sekundarschule mitgewirkt hat, fand eine plausibel klingende Antwort: „Wir müssen die Sekundarschule so ausstatten, dass sie konzeptionell glaubwürdig vertreten werden kann.“ Und in Anspielung auf die Kritik von den anwesenden mäkelnden Pädagogen sagte er: „Eltern lassen sich eine hervorragende Chance auf eine gut ausgestattete Schule für ihre Kinder entgehen.“ Susanne Bender konnte die Mutter beruhigen, die zu Beginn geäußert hatte, dass sie ihr Kind gern zur Sekundarschule schicken würde, vorausgesetzt, die Lehrer seien nicht die Anwesenden: „In der Sekundarschule werden nur Pädagogen beschäftigt, die sich für eine Stelle beworben haben.“ Sie gehe deshalb davon aus, dass das Kollegium „sehr motiviert“ ist.

Dazu ein Kommentar

 

 

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