Verletzter Fußgänger stirbt nach Zusammenstoß mit Auto - doch nicht der Unfall war Ursache

mlzGerichtsprozess

Im Dezember 2018 kam es zu einem Unfall auf der Bochumer Straße. Der Fahrer stand jetzt vor Gericht. Das verletzte Opfer starb drei Monate später, aber nicht der Zusammesnstoß war Ursache.

Dorsten

, 30.01.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Witterungsverhältnisse an diesem Dezember-Tag 2018 waren schwierig. Es regnete leicht und war bereits dunkel, als im innerörtlichen Bereich der Bochumer Straße von links kommend ein 78-jähriger Fußgänger die Fahrbahn überquerte. Der Autofahrer, in dessen Wagen sich auch sein siebenjähriger Sohn befand, kollidierte mit dem Senior. Das Unfallopfer prallte auf die Motorhaube, stieß mit Kopf und Oberkörper gegen die Frontscheibe und wurde anschließend schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Vier Monate später verstorben

Im März, vier Monate nach dem schweren Unfall, verstarb das Unfallopfer. Am Dienstag musste sich der Fahrer, ein 48-jähriger Mann, im Amtsgericht für den Unfall verantworten. Angeklagt war er allerdings lediglich wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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Denn es hatte sich herausgestellt, dass der Geschädigte nicht infolge der bei dem Zusammenstoß erlittenen schweren Verletzungen (Rippen- und Schlüsselbeinbrüche, Milzriss, Schädigungen von Lunge und Brustkorb) verstorben war. Sondern er hatte schwere unfallunabhängige Vorerkrankungen, unter anderem eine schwere Herzschädigung.

„Nicht genügend Sorgfalt“

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, dass er den Senior bei der „Anwendung der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen können und müssen“.

Zwar sei der Senior mit dunkler Kleidung unterwegs gewesen, allerdings war die Straßenbeleuchtung in Betrieb, zudem hatte das Unfallopfer die Fahrbahn bereits zu Dreiviertel überquert. Das Verfahren wurde schließlich gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 1200 Euro eingestellt.

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