Unfallschwerpunkt A31: Polizei prüft Einrichtung einer Radaranlage

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Zu schnelles Fahren könnten Autofahrer auf der A31 demnächst bitter bereuen: Die Autobahnpolizei Münster prüft, ob sie eine Radaranlage an einem Unfallschwerpunkt installieren lassen soll.

Dorsten

, 06.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mann prahlt auf Facebook: „Mein Auto fährt 280. Warum sollte ich diese nicht fahren dürfen? Was kann ich denn dafür, wenn so Affen mit 90 hinter einem Lkw rumgurken und ganz plötzlich dann die Spur wechseln?“

Der Autobahnpolizei Münster sind solche Sprüche von Autofahrern, die viel zu schnell gefahren sind, nicht fremd. „Wir nehmen auf der A31 des Öfteren Geschwindigkeitsmessungen mit zivilen Fahrzeugen vor. Zurzeit prüfen wir, ob wir im Bereich des Unfallhäufungspunktes zwischen Gladbeck und Bottrop in Fahrtrichtung Bottrop eine technische Geschwindigkeitsüberwachung installieren lassen“, sagt Vanessa Arlt, Sprecherin der Behörde, auf unsere Anfrage.

A31 ist eine von 16 Unfallschwerpunkten

Hintergrund der Überlegungen: Die Unfallkommission hat bei der Bezirksregierung Münster unlängst getagt und festgestellt, dass die A31 zwischen Gladbeck und Bottrop einer von 16 Unfallschwerpunkten im Bereich der Bezirksregierung Münster ist.

„55 Unfälle mit zum Teil schwer verletzten Menschen sind auf der A31 kurz vor dem Autobahnkreuz Bottrop passiert“, so Arlt. Auf der ganzen A31, sie ist 240 Kilometer zwischen Bottrop und Emden lang, waren es 377 Karambolagen. Als Ursache für die Unfälle hat die Unfallkommission überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit und zu dichtes Auffahren der Verkehrsteilnehmer ausgemacht.

Vier Frauen wurden 2019 bei einem Auffahrunfall kurz vor dem Autobahnkreuz Bottrop verletzt.

Vier Frauen wurden 2019 bei einem Auffahrunfall kurz vor dem Autobahnkreuz Bottrop verletzt. © Feuerwehr

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Gladbeck und Bottrop sind momentan noch 100 km/h erlaubt. Hier soll das Tempo aufgrund der Unfälle nach Vorstellung der Unfallkommission weiter reduziert werden: 80 km/h sollen die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. „Sobald die Geschwindigkeitsbegrenzung in Kraft tritt, prüfen wir, ob es die Möglichkeit zur technischen Überwachung an dieser Stelle gibt“, sagt Vanessa Arlt.

Vielfahrer aus Dorsten beobachtet „Horrorszenen“

Ein Dorstener Vielfahrer auf der A31 beobachtet bei jährlichen zurückgelegten 40.000 Autobahnkilometern regelmäßig „Horror-Szenen“ auf der heimischen Autobahn, auch im Bereich Dorsten:

„Vor allem Fahrzeuge mit Anhänger sind - tatsächlich in der Regel - viel zu schnell. 120 Km/h und mehr mit Anhänger sind auf der A 31 kein Problem. „Sprinter“ aus dem westlichen Münsterland oder aus dem Emsland, aber auch „SUV“ und hochmotorisierte Zugfahrzeuge von (Pferde-)Anhängern ziehen ihre Anhänger oft so schnell, dass ich mich frage, ob die Fahrer wirklich meinen, ihre Gespanne im Notfall noch irgendwie sachgerecht auf ihrer Spur gebremst zu bekommen. Ach ja: Die Seitenwinde auf den Brücken über Lippe und Lippe-Seitenkanal sind oft unkalkulierbar und heftig. Da fliegt immer wieder einer aus der Spur und es geht nur ohne Unfall ab, weil die Nachfolgenden vorsichtig sind. Wirklich erstaunlich, dass da nicht deutlich mehr passiert“, sagt der Mann.

Fahrer vermisst regelmäßige Polizeikontrollen

Allerdings vermisst er regelmäßige Polizeikontrollen: „Meiner Beobachtung nach finden sie nicht statt“, so der Dorstener. Die Polizei weist die Kritik zurück: „Wir sind regelmäßig mit zivilen Fahrzeugen auf den Autobahnen unterwegs und messen die Geschwindigkeiten“, sagt Vanessa Arlt. Allerdings sei es bei insgesamt 700 von insgesamt 2200 Autobahnkilometern in Nordrhein-Westfalen, für die die zivilen Streifen der Autobahnpolizei Münster zuständig sind, unmöglich, an allen Orten gleichzeitig zu sein.

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