Ungewöhnliche Trauung in Dorsten in Zeiten der Corona-Krise

Coronavirus

Es war die 255. Trauung in der Maschinenhalle auf dem Dorstener Zechengelände und die mit Abstand kleinste. Magali Schütter und Marco Bellmann wollten unbedingt heiraten - trotz Corona.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 06.04.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hochzeit in der Maschinenhalle

Allein mit dem Standesbeamten: Magali Schütter und Marco Bellmann gaben sie in der Maschinenhalle auf Fürst Leopold das Ja-Wort. © privat

„Auf diesen Tag haben wir uns lange gefreut und den lassen wir uns von einem Virus nicht kaputtmachen“ – also entschieden sich Magali Schütter und Marco Bellmann, am Plan, sich am 4. April um 14 Uhr in der Maschinenhalle das Ja-Wort zu geben, unbedingt festzuhalten.

Und so wurde die 255. Trauung im Industriedenkmal zur bisher und für alle Zeiten kleinsten Trauung, denn das Brautpaar und der Standesbeamte blieben entsprechend den strengen Auflagen des Kontaktverbotes unter sich.

„Eine intensive und besonders schöne Trauung“

„Das war natürlich eine sehr ungewöhnliche Trauung“, meinte später Gerhard Schute, Standesbeamter bei dieser Trauung und Vorsitzender des Bergbauvereins, „aber es war auch eine sehr intensive und vielleicht gerade deshalb eine besonders schöne Trauung, weil vor mir ein Brautpaar saß, dem das Füreinander an diesem Tag wichtiger war als eine tolle Trauzeremonie mit Familien, Freunden und Bekannten.

Ungewöhnlich wie die Trauung war dann auch die Hochzeitsfeier später am Nachmittag. Not macht erfinderisch: Das frischvermählte Paar grillte auf dem Balkon und vom Garten aus gratulierten bei schönster Frühlingssonne Verwandte und Freunde, Nachbarn und Bekannte – brav immer nur zu zweit. Die große Feier mit allem, was dazugehört, soll dann im April 2021 nachgeholt werden.

Dem Standesamt der Stadt Dorsten wie dem Bergbauverein bescheren die Auflagen gegen ein zu schnelles Ausbreiten der Corona-Pandemie einige Mehrarbeit. Viele Paare, die für die nähere Zukunft ihre Eheschließung angemeldet hatten, fragen nach Ersatzterminen, wobei keiner weiß, welche Auflagen wie lange noch beachtet werden müssen.

Und die immer besonders gefragten Samstags-Termine sind ja auch nicht beliebig vermehrbar. „Wir tun, was wir können, um unbürokratisch zu helfen“, verspricht im Rathaus die für das Standesamt zuständige Abteilungsleiterin Monika Heisterklaus, und so hält es auch der Bergbauverein.

Hochzeitsreise geht nach Scharbeutz

Wann Magali und Marco die geplante Hochzeitsreise antreten können, steht noch in den Sternen. Aber am Ziel werden sie auf jeden Fall festhalten. Sie wollen nach Scharbeutz an die Ostsee. Wieso Scharbeutz? Vor 20 Jahren war der Nachbarstrand von Timmendorf ein herrlicher Spielplatz für zwei sechste Klassen des St. Ursula-Gymnasium.

Lesen Sie jetzt