Landgericht Essen

Urteil korrigiert: Junger Dorstener kann aufatmen

Ein junger Mann aus Dorsten will zwei CDs stehlen. Als er erwischt wird, zückt er ein Messer. Jetzt wurde das erste Urteil korrigiert.
Hat das erste Urteil korrigiert: das Landgericht Münster. © Jörn Hartwich

Das erste Urteil glich fast der Höchststrafe. Nach einem versuchten CD-Diebstahl im Media-Markt war ein gerade mal 21-jähriger Dorstener im vergangenen Jahr auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Nun hat das Essener Landgericht das Urteil jedoch korrigiert und die Zwangseinweisung wieder zurückgenommen.

Kein Serientäter

Der zweite Prozess war nötig geworden, nachdem der Bundesgerichtshof das erste Urteil gekippt hatte. Verteidiger Armin Mühlbauer hatte schon im Mai 2019 massive Zweifel daran geäußert, dass der damals 21-Jährige wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit ist. Er sei schließlich nicht einmal vorbestraft. Von einem Serientäter könne überhaupt keine Rede sein, so Mühlbauer, von schwerer Kriminalität ebenfalls nicht.

Für Diebesgut keine Verwendung

Der heute 23-jährige Dorstener hatte damals auf der Straße gelebt und unter psychischen Problemen gelitten. Als er mit den gestohlenen CDs, für die er gar keine Verwendung hatte, von einem Ladendetektiv erwischt worden war, hatte er ein Messer gezückt. Verletzt wurde allerdings niemand.

Unbestraft kommt der Angeklagte natürlich nicht davon. Die Richter haben eine 15-monatige Gefängnisstrafe verhängt. Das Urteil lautet unter anderem auf Diebstahl mit Waffen und versuchte gefährliche Körperverletzung.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.