Coronavirus: Väter dürfen mit in den Kreißsaal, dann müssen sie sich entscheiden

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Das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten hat auf das verschärfte Kontaktverbot reagiert. Werdende Väter dürfen weiterhin in den Kreißsaal, doch dann müssen sie sich entscheiden.

Dorsten, Haltern

, 24.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Kinder sind in den letzten Tagen im Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus zur Welt gekommen und befinden sich derzeit mit ihren Müttern auf der Entbindungsstation. Eines Tages werden sie erfahren, in welch aufregenden Zeiten sie geboren wurden. Die Corona-Krise bereitet gerade vielen Familien große Sorgen.

„Werdende Eltern haben viele Fragen“, bestätigte Dr. med. Simone Sowa auf Anfrage. Sie leitet seit August des letzten Jahres die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im St.-Elisabeth-Krankenhaus. Seit der Schließung der Geburtshilfe im St.-Sixtus-Hospital Mitte 2018 kommen auch viele Mütter aus Haltern zur Entbindung nach Dorsten. Für Simone Sowa ist klar: „Männer gehören dazu.“

Einschränkungen gibt es nach der Geburt

Das ist inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Dorstener Krankenhaus hat am Montag und nach dem verschärften Kontaktverbot die Lage noch einmal neu bewertet. Patientenbesuche im Krankenhaus sind, wie in allen Häusern des KKRN-Verbundes, schon länger untersagt. „Wir möchten den Eltern das gemeinsame Geburtserlebnis nicht nehmen, machen aber Einschränkungen“, betont Simone Sowa. „Genau um das Thema geht es auch bei vielen Anfragen, die wir derzeit bekommen.“

Die Medizinerin betont, dass die Lage sich „immer wieder ändern“ könne, aber derzeit gilt: Vor der Geburt muss der Vater einen kleinen Fragebogen ausfüllen, in dem es um gesundheitliche Beschwerden und Kontaktpersonen geht, „aber im Grundsatz spricht nichts dagegen, dass er mit in den Kreißsaal kommt“.

Dr. Simone Sowa ist seit August 2019 Chefärztin der KKRN-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Dorsten.

Dr. Simone Sowa ist seit August 2019 Chefärztin der KKRN-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Dorsten. © KKRN GmbH

Wenn er jedoch nach der Geburt das Krankenhaus verlässt, darf er seine Familie zunächst nicht mehr sehen. Im Normalfall bleiben Mutter und Kind drei Tage im Krankenhaus, bevor sie nach Hause entlassen werden. Das St.-Elisabeth-Krankenhaus bietet deshalb auch Familienzimmer an. Die Väter können dann bis zur Entlassung bei Mutter und Kind bleiben. Am Dienstag (24. März) war jedoch keines dieser Zimmer belegt.

Drei Tage im Krankenhaus

Grundsätzlich ist es möglich, dass die Familie einige Stunden nach der Entbindung die Station für Geburtshilfe gemeinsam verlässt, Simone Sowa rät allerdings davon ab. „Dann muss sie sich selbst um die ersten Untersuchungen bei einem niedergelassenen Kinderarzt (u.a. U2, Hörscreening, Hüfte) kümmern.“ In der Corona-Krise ist das womöglich doppelt anstrengend, auch nervlich.

Für Neugeborene ist das Coronavirus nach Angaben der Fachärztin indes ungefährlich, „sie können jedoch Überträger sein“. Großeltern zum Beispiel, die ihr Enkelkind sehen möchten, sollten sich daher in Geduld üben.

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