Vandalismus stinkt zum Himmel

Dorsten Weiße Kacheln an den Wänden. Gefliester Boden, ein Becken aus Edelstahl. Die öffentliche Toilette an der Klosterstraße war einst ein Ort von schlichter Eleganz. Jetzt droht dem Backsteinbau die Schließung - zumindest vorübergehend.

04.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WinDor reagiert damit wahrscheinlich auf den zunehmenden Vandalismus in dem keineswegs "stillen Örtchen", vor allem aber auf die ständigen Verunreinigungen, die niemand mehr zu bewältigen weiß. "Man stelle sich besonders ekelige Toiletten vor und lege nochmals 20 Prozent drauf", rümpft Bürgermeister Lambert Lütkenhorst die Nase. "Die meisten Putzfrauen weigern sich, da noch hineinzugehen."

250 000 Euro hat sich WinDor vor sieben Jahren den schmucken Bau an der Altstadt-Peripherie kosten lassen. Die AWO-Tochter rebeq hat die "Pflege" der Toiletten übernommen, vermag aber inzwischen nicht mehr, die Mitarbeiter bei Laune zu halten. Kot und Urin, Blut, gebrauchte Spritzen - es gibt wahrlich angenehmere Arbeitsplätze.

Appelle vergebens

Der Reinigungsrhythmus an dem "beliebten Junkie-Treffpunkt" (Lütkenhorst) wurde schon von zwei auf vier Stunden vergrößert, doch nun denkt WinDor ernsthaft daran, den Deckel auf die Toilettenanlage zu machen, "wenigstens für einen gewissen Zeitraum". Denn alle Appelle in der Vergangenheit seien vergeblich gewesen.

Im Rathaus rauchen seit Wochen die Köpfe, welche alternativen Lösungen es geben könnte, um potenzielle Vandalen von den Kloschüsseln fernzuhalten. Die Schließzeiten (derzeit max. 15 Minuten) könnten verkürzt werden, eine Toilettenfrau (oder ein -Mann) könnte am Eingang "Schmiere stehen". Dann aber müsste wohl ein (kostspieliger) Anbau her. Bliebe als letzte Möglichkeit, die Benutzung der WCs gebührenpflichtig zu machen. "Das wollen wir eigentlich auch nicht", räumt Lütkenhorst ein. "Denn es ist ja niemandem zuzumuten, für den Notfall Kleingeld in der Tasche zu haben oder Kinder vor verschlossener Tür stehen zu lassen."

Angesichts der augenblicklichen Verhältnisse ist das aber womöglich doch die bessere Alternative... dieb

Lesen Sie jetzt