Veranstaltungen in Dorsten auf 30 Personen begrenzt, Rathaus schränkt Kontakte ein

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Um das Coronavirus-Risiko zu vermindern, greift die Stadt Dorsten zu drastischen Maßnahmen - bei Veranstaltungen und den Bürgerkontakten zum Rathaus. Das erste Stadtfest fällt aus.

Dorsten

, 12.03.2020, 19:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit drastischen Maßnahmen versucht die Stadt Dorsten, das Übertragungsrisiko des Coronavirus so weit es eben geht zu vermindern. Und das hat erhebliche Auswirkungen auf Teile des öffentlichen Lebens, auf die einzelnen Bürger und die Arbeit in den Dienststellen im Rathaus.

Gemeinsam mit Landrat Cay Süberkrüb haben die Bürgermeister der zehn Kreisstädte vereinbart, dass ab Montag (16. März) alle „nicht notwendigen eigenen Veranstaltungen“ (drinnen wie draußen) bis einschließlich 1. Mai im gesamten Kreis Recklinghausen abgesagt werden.

Gottesdienste wie gehabt

VHS-Kurse, Trauungen und so weiter werden auf maximal 30 Teilnehmer begrenzt. Gottesdienste und Moscheebesuche hingegen werden vorläufig nicht eingeschränkt. Die Stadt will aber den geistlichen Vertretern empfehlen, dass Abstand gewahrt bleibt. Bestattungen sind derzeit nicht von Einschränkungen betroffen.

Auch Vereine und Nachbarschaften müssen mit Restriktionen leben. „Osterfeuer können zwar angemeldet werden, wir werden sie aber bis auf Weiteres nicht genehmigen“, so Bürgermeister Tobias Stockhoff am Freitag in einer Pressekonferenz.

Kein „Dorsten is(s)t mobil“

Sogar öffentliche und gewerbliche (Kultur-)Veranstaltungen von nicht-städtischen Anbietern mit mehr als 30 Besuchern werden vorerst nicht stattfinden - davon ist auch das erste Stadtfest des Jahres („Dorsten is(s)t mobil“, geplant am 27. bis 29. März) betroffen. Es fällt definitiv aus. Auf private Feiern hat die Stadt natürlich keinen Einfluss, rät aber auch da zu erhöhter Vorsicht.

„Auch auf Stadtteilkonferenzen beispielsweise in den nächsten Wochen wird verzichtet“, so Tobias Stockhoff. Nur politische Sitzungen, auf denen wichtige Entscheidungen getroffen werden müssten (wie die Ratssitzungen), sollen noch stattfinden.

Stadtbibliothek vorerst geöffnet

Auswirkungen hat die Maßnahme auch für die offene Kinder- und Jugendarbeit im Hervester Begegnungszentrum „Das Leo“. „Sie wird übergangsweise eingestellt, die festen Gruppen können sich dort aber weiter treffen“, so Nina Laubenthal (Erste Beigeordnete). Die Stadtbibliothek bleibt vorerst geöffnet, weitere Überlegungen werden in der kommenden Woche angestellt.

Stadt-Pressesprecher Ludger Böhne, Bürgermeister Tobias Stockhoff und Erste Beigeordnete Nina Laubenthal bei der Pressekonferenz.

Stadt-Pressesprecher Ludger Böhne, Bürgermeister Tobias Stockhoff und Erste Beigeordnete Nina Laubenthal bei der Pressekonferenz. © Robert Wojtasik

Die Schulen und die Kindertagesstätten bleiben weiter geöffnet, so lange, bis es eine andere Anordnung vom Land gibt. Auch die Wochenmärkte werden stattfinden („sie sind wichtig für die Deckung der Grundversorgung“), das Freizeitbad Atlantis bleibt auch offen: „Das Chlor tötet die Viren ab“, diesen Kenntnisstand habe die Stadt.

Einschränkungen im Rathaus

Auf persönliche Kontakte mit den Mitarbeitern im Rathaus müssen die Bürger in den nächsten Wochen aber mehr oder weniger verzichten. Ab Montag (16. März) werden alle offenen Sprechstunden gestrichen. Dies gelte für alle Dienststellen im Dorstener Rathaus ebenso wie für das Jobcenter und das für Dorsten zuständige Straßenverkehrsamt in Marl.

Nur nach Vereinbarung

„Persönliche Termine mit den Mitarbeitern gibt es nur noch, wenn sie zwingend erforderlich sind“, so Stockhoff, „und nur noch nach Vereinbarung per Telefon oder Mail.“ Auch das Bürgerbüro sollen die Dorstener ohne vorherige Anmeldung (auch online) nicht aufsuchen.

Die Rathaus-Mitarbeiter sollen innerhalb des Hauses auch auf persönliche Kontakte verzichten. „Interne Besprechungen werden aufs Notwendigste zurückgefahren, die Begrenzung der Homeoffice-Zeit auf einen Tag pro Woche wird deshalb aufgehoben.“

Inzwischen vier Infizierte

Die Stadt hofft, dass die Bürger Verständnis aufbringen: „In der Abwägung aller Fakten gibt es keine Alternative“, so Stockhoff. „Es geht darum, Lücken in möglichen Infektionsketten zu schaffen.“ Zwar gibt es in Dorsten keine erhöhte Infektionsgefahr, aber inzwischen vier Menschen in der Stadt, bei denen eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen ist.

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